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3 Lehren aus aufstrebenden Gesellschaften

 

3 Lehren aus aufstrebenden Gesellschaften

Blicken wir erstmal in die Vergangenheit, um zu verstehen, wie unsere manchmal unerreichbar wirkenden Ziele Wirklichkeit werden können.

Vor 2500 Jahren war für damalige Beobachter eigentlich offensichtlich, dass Athen die vielen konkurrierenden griechischen Stadtstaaten der damaligen Zeit vereinen würde. Athen war am wohlhabendsten, am fortschrittlichsten und militärisch weit überlegen.

Und doch waren es die zu dieser Zeit noch unbedeutenden und verarmten Mazedonier, die vom Rande des Attischen Imperiums aus nur etwa 100 Jahre später nicht nur ganz Griechenland vereinen, sondern unter Alexander dem Großen von Indien über Ägypten bis Athen ein nie dagewesenes Großreich schaffen würden.

Ein Muster, das wir in der Geschichte vielfach beobachten können.

Zum Beispiel vor 2200 Jahren, als China durch den noch wenige Jahrzehnte zuvor unbeachteten Qin-Staat, gelegen in den kargen und verarmten Bergregionen in Chinas Nordwesten, nach erfolgreichen Eroberungen das Chinesische Kaiserreich begründete.

Auch die Azteken schufen ihr Imperium auf ähnliche Art. Vor etwa 500 bis 600 Jahren kamen sie als unbedeutender, kurz vor dem Verhungern stehender Stamm in das von rivalisierenden Stadtstaaten beherrschte Gebiet Mittelamerikas. Schwach und unterlegen wurden sie in ein Sumpfgebiet getrieben und dort, in der Annahme, sie würden dort nicht überleben, sich selbst überlassen. Kaum jemand ahnte damals, dass es ihnen gelingen würde, dieses unwirtliche Land zu kultivieren und von dort aus nach und nach die Stadtstaaten Mittelamerikas zu erobern und ein geeintes, Millionen Einwohner umfassendes Imperium zu erschaffen.

Weshalb gehen Außenseiter in der Geschichte so häufig siegreich hervor?

Laut dem chinesischen Spieltheoretiker Prof. Jiang des YouTube-Kanals „Predictive History“ hat das hauptsächlich drei Gründe: Einheit, Offenheit und Energie.

Einheit

Abseits, unter harten Bedingungen zu überleben, erfordert Einheit und Zusammenhalt. Der Kampf gegen die Natur lässt kaum Spielraum zum Kampf gegeneinander, und Hilfe von außen ist auch nicht zu erwarten. Wohlhabendere Gesellschaften können sich inneren Streit und Spaltung eher leisten und sind bei der direkten Konfrontation mit geeinten Widersachern stark im Nachteil.

Offenheit

Wer arm ist und beinahe um sein Überleben kämpft, muss simpel und zweckorientiert denken und handeln. Sich Fehler nicht einzugestehen und sich und seine Denk- und Handelsweisen nicht ständig anzupassen und zu verbessern, kann tödlich enden – sowohl für den Einzelnen als auch für die Gemeinschaft als Ganzes.

Außenseiter wie die Mazedonier, die Qin oder die Azteken sind daher viel flexibler und anpassungsfähiger. Während starre und verkrustete Hierarchien und Bürokratien etablierter Mächte sich nur sehr langsam verändern, können Außenseiter ihre Geschwindigkeit nutzen, um die Behäbigkeit der Schwergewichte auszuspielen.

Energie

Energie meint hier Tatendrang. Wohlstand macht faul, könnte man überspitzt sagen. Not dagegen hält beweglich. Während arme, abgeschlagene Völker hungrig nach Macht, Ansehen und Wohlstand streben, geht es etablierten Mächten vor allem darum, ihre Privilegien mit möglichst geringem Aufwand zu verwalten und zu erhalten.

Zusammengefasst tendieren abgelegene Außenseiter dazu, sich geschlossen und dynamisch zu bewegen, während etablierte Mächte oft gespalten und unbeweglich werden.

Einheitliche Bewegung führt zu lebendigem Wachstum, Trägheit und Gespaltenheit sind Zeichen von Verfall und Tod.

Und was bedeutet das für uns?

Als Spiritualisten, die die Vereinigung von Spiritualität, Wirtschaft und Politik auf gesellschaftlicher Ebene voranbringen wollen, können wir daraus mindestens drei Dinge lernen:

1. Wir mögen im Lichte großer gesellschaftlicher Entwicklungen unbedeutsam wirken. Doch wenn wir uns nicht davon entmutigen lassen, wird das zu unserer Stärke, nicht zu unserem Nachteil.
2. Wir müssen bereit sein, ständig Neues zu versuchen, aus den Ergebnissen zu lernen und uns dementsprechend weiterzuentwickeln. Wir sind zwar nicht groß, können dafür aber schnell und flexibel sein. Und das müssen wir auch.
3. Wir müssen unseren Hunger, unsere Sehnsucht nach einer besseren Welt, nicht verlieren. Ich selbst neige dazu, mich von den Bequemlichkeiten moderner Annehmlichkeiten vereinnahmen zu lassen. Letztlich schützt mich davor nur meine spirituelle Praxis. Durch sie behalte ich mein Ziel im Blick, auch wenn ich manchmal nicht geradewegs darauf zulaufe.

Indem wir von der Geschichte lernen, können wir Proutisten die Zukunft mitgestalten.

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