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3 Szenarien wie sich der Iran-Krieg auf Deutschland auswirken könnte

Abseits der gestiegenen Benzinpreise erleben wir in Deutschland den Iran-Krieg bisher hauptsächlich in den Medien.

Nun sind etwa vier Wochen seit dem Angriff der USA und Israels auf Iran vergangen. Transportzeiten sowie Lagerbestände haben bisher das meiste abgefedert. Diese Übergangsphase neigt sich dem Ende zu.

Daher stellt sich die Frage: Wie kann es nun weitergehen?

Dazu hier drei mögliche Szenarien, beginnend mit dem unwahrscheinlichsten.

Szenario 1: Baldiges Kriegsende und langsame, aber stetige Normalisierung

Derzeit sieht leider nicht viel nach Deeskalation aus – eher im Gegenteil. Die USA scheinen im Krieg gefangen, und Iran wirkt extrem entschlossen und fähig, sich lange zu widersetzen und womöglich sogar siegreich hervorzugehen.

Sollte dieses Szenario dennoch eintreten, würden wir das sehr bald an den Handlungen der USA erkennen. Würden die USA und Israel alle Angriffe sofort einstellen und sämtliche Angriffe Irans für eine Weile widerstandslos tolerieren, könnte Vertrauen aufgebaut und die Tür zur Diplomatie wieder geöffnet werden.

Laut Experten der Ölindustrie wären die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft zwar deutlich und langfristig, jedoch nicht unumkehrbar, solange die Straße von Hormus bis Mitte April wieder geöffnet würde.

In diesem Fall hätten wir hier zwar mit Teuerungen und teilweiser Unverfügbarkeit von Gütern zu tun, strenge Rationierungen und Ähnliches könnten aber wahrscheinlich weitgehend vermieden werden.

Szenario 2: Extreme Eskalation und Zusammenbruch der globalen Versorgungsketten

Leider ist dieses Szenario nicht unwahrscheinlich. Gestern haben die USA Stahlwerke im Iran bombardiert und damit auf dessen industrielles Herz gezielt. Iran hat bereits angekündigt, seine Antwort auf diesen Terror gegen seine Bevölkerung nun nicht mehr auf einen gleichwertigen Gegenschlag zu beschränken, sondern seinerseits weiter zu eskalieren.

Diese enorme Eskalationsspirale und die Zerstörung ziviler Infrastruktur bleiben nicht folgenlos.

Unsere moderne Wirtschaft ist ein komplexes System, und die Auswirkungen von Schocks können viel größer sein, als der Schock selbst zunächst vermuten lässt. Dieses Phänomen ist auch als Schmetterlingseffekt bekannt, der besagt, dass ein einziger Flügelschlag eines Schmetterlings auf der anderen Seite der Erde einen Sturm auslösen kann. Das ist zwar nicht wörtlich korrekt, beschreibt jedoch zutreffend, wie vermeintlich kleine Ursachen in komplexen Systemen große Wirkungen nach sich ziehen können.

Dieses Szenario tritt ein, wenn der Energiefluss – ob durch Zerstörung oder Blockade – für Monate ausgesetzt bleibt.

Dann, und es tut mir leid, das sagen zu müssen, sind selbst Hungersnöte und unbeheizte Winter bei uns denkbar. Die Wahrscheinlichkeit hierfür halte ich für nicht sehr hoch, aber selbst bei einem Prozent sollte man zumindest etwas Zeit darauf verwenden, sich vorzubereiten.

Noch könnte dies auch durch politische Entscheidungen abgewendet werden, die in der Hand der Bundesregierung liegen. Deutschland verfügt über große Braunkohlevorkommen, und manche Experten sagen, in Deutschland gebe es genug Erdgas, das durch Fracking gefördert werden kann, um den eigenen Bedarf für 30 Jahre zu decken.

Ich bin kein Freund dieser umweltzerstörenden Methoden, hoffe aber dennoch, dass sie im Notfall eingesetzt würden, um extreme Armut bis hin zum Hunger zu verhindern. Ein anderer Weg wäre die Nutzung von Nord Stream 2, falls Russland dazu bereit wäre.

Szenario 3: Langwieriger Konflikt und wirtschaftliche Depression

Das halte ich im Moment für das wahrscheinlichste Szenario. Von seinen Auswirkungen ist es zwischen Szenario 1 und 2 angesiedelt.

Das Leben wird teurer, und der materielle Komfort geht teils deutlich zurück. Rationierungen und andere politische Eingriffe in die Wirtschaft stellen jedoch die Grundversorgung weitestgehend sicher.

Wahrscheinlich wird die politische Repression in diesem Fall stetig zunehmen. Einschränkende Maßnahmen wie zu Corona-Zeiten werden eingeführt, um Rationierungen durchzusetzen und politischen Widerstand zu unterdrücken.

Wenn sich dieses Szenario bewahrheitet, erkennen wir das daran, dass die anderen beiden nicht eintreten. Gibt es in den kommenden etwa vier Wochen weder eine deutliche Entspannung noch eine extreme Eskalation, wird ein stetiger, aber nicht katastrophaler wirtschaftlicher Rückgang beinahe unvermeidlich.

Das garantierte Szenario

Ungeachtet dessen, wie tief die Einschnitte dieser Krise werden, sie werden bewirken, dass wir als Menschen enger zusammenrücken und unseren Blick verstärkt nach innen richten.

Ich wünsche niemandem Unheil, doch komme ich nicht umhin zu glauben, dass eine intensivere Krise diese Prozesse verstärkt und beschleunigt und damit am Ende zu mehr Zufriedenheit und Wohlbefinden führen wird.

 


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