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TAGESLICHT Beitragsbilder 106

4 Schritte der wohlwollenden Kommunikation

„Der wohlwollende Gebrauch von Geist und Worten ist Satya.“
Shrii Shrii Anandamurti

 

Als Menschen leben wir in ständigem Austausch mit anderen.

Wir verständigen uns mit unserer Familie, mit Kollegen, mit Freunden oder Fremden.

Wie wir sprechen und zuhören, bestimmt, ob Verständigung gelingt oder Konflikte entstehen.

Leben braucht Kommunikation.

Eine wohlwollende Kommunikation dient der Entfaltung des Lebens.

Wohlwollende Kommunikation ist ehrlich und zielt auf das Wohl aller Beteiligten ab.

Diese Haltung wird im Yoga auch auch Satya genannt.

Wohlwollende Kommunikation besteht aus vier Schritten, die sich teilweise überschneiden.

1. Ausrichtung auf die Wahrheit

Der erste und wichtigste Schritt der wohlwollenden Kommunikation ist die innere Haltung.

Richte dich auf die tiefste Wahrheit aus:

Jeder Mensch ist eine Seele,

ein Ausdruck von Bewusstsein.

 

Auch wenn jemand lügt oder gewaltbereit ist, erinnerst du dich: Hinter dem Verhalten steckt ein Mensch mit Bedürfnissen und Ängsten.

Wenn du selbst gerade wütend bist: Dann besinne dich und sprich nicht aus dem Ärger heraus, sondern aus deiner tieferen Wahrheit.

Diese Ausrichtung schützt dich vor oberflächlichen Deutungen und Impulsen.

Sie kann dir helfen, beständig aus Güte und Wohlwollen heraus zu denken und zu sprechen.

2. Wahrnehmung

Der zweite Schritt besteht darin, bewusst zuzuhören und wahrzunehmen.

Und das Wahrgenommene von der eigenen Deutung zu trennen.

Es ist natürlich, Wahrnehmungen sofort zu deuten.

Wohlwollende Kommunikation bedeutet, sich dieser Deutung bewusst zu sein.

Wenn dir zum Beispiel jemand in einem ärgerlichen Ton sagt: „Du hast deine Aufgabe nicht gemacht.“

Dann nimmst du wahr: Er hat diesen Satz gesagt und klingt ärgerlich.

Wenn du dann deutest: „Er hält mich für faul und schätzt mich nicht.“

Dann trenne deine Deutung von der Wahrnehmung.

Denn liegen wir nicht oft mit unserer Deutung falsch?

Indem du Deutung und Wahrnehmung trennst, kannst du klarer und ruhiger bleiben.

3. Verarbeitung

Der dritte Schritt besteht darin, das Wahrgenommene zu verarbeiten.

Welches Bedürfnis oder Gefühl steckt hinter den Worten?

Prüfe, ob es mit Wahrheit und Wohl (für dich und den anderen) übereinstimmt.

Wenn zum Beispiel dein Kind bettelt: „Noch ein Bonbon bitte!“

Dann verarbeitest du: Es möchte Freude und Süßes erleben.

Gleichzeitig weißt du, dass zu viel Zucker Bauchweh oder Zahnprobleme verursacht.

Du suchst eine Lösung, die dem echten Wohl dient.

4. Ausdruck

Drücke dich klar, ehrlich und mitfühlend aus. Zeige Verständnis, auch wenn du „Nein“ sagst oder etwas Unangenehmes sagen musst.

Deinem Kind kannst du zum Beispiel sagen:

„Ich verstehe, dass die Bonbons lecker sind und du noch mehr möchtest. Letztes Mal hast du Bauchweh bekommen. Wie wäre es stattdessen mit einem Apfel mit etwas Honig?“

Ein wohlwollender Ausdruck enthält Mitgefühl, Klarheit und eine Einladung zu einer gemeinsamen Lösung.

Zusammenfassung

Wohlwollende Kommunikation ist eine bewusste Haltung und beständige Übung.

Sie erfordert innere Arbeit.

Besonders wenn der andere nicht mitmacht.

Wenn du wohlwollende Kommunikation übst, kannst du auch dann wohlwollend bleiben, wenn dein Gegenüber es nicht ist.

Diese vier Schritte können dir helfen:

  • innerlich ruhiger zu bleiben
  • Konflikte konstruktiver zu lösen
  • das Wohl aller Beteiligten zu fördern

Kommunikation ohne Wohlwollen verfehlt ihren eigentlichen Zweck.

Mit Wohlwollen wird sie zu einem Werkzeug für menschliche Verbindung und inneres Wachstum.

 


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