Ahimsa: Die vergessene Grundlage echter Menschlichkeit
Wohlwollendes Denken und Handeln bilden die Grundlage jedes gedeihlichen menschlichen Zusammenlebens.
Die bewusste Praxis einer solchen Haltung beschreibt die Yoga-Philosophie unter den Begriffen Yama und Niyama.
Sie bedeutet, sich so zu verhalten, dass das körperliche, geistige und spirituelle Wohl jedes Einzelnen gefördert und nicht gestört wird.
Das Ziel dieser Ethik ist die Potentialentfaltung aller Wesen, bis hin zur Selbsterkenntnis und letztlich zur glückseligen Einheit mit dem göttlichen Bewusstsein.
An erster Stelle der ethischen Grundsätze steht Ahimsa (Nicht-Schädigung).
Ahimsa bedeutet, keinem Wesen durch Gedanken, Worte oder Taten absichtlich Schaden oder Unrecht zuzufügen.
Ahimsa ist nicht mit weltfremder Konfliktvermeidung zu verwechseln: Das Recht auf Selbstverteidigung bleibt davon unberührt, auch in Bezug auf Gemeinschaften und Staaten.
Wer das Prinzip der Nicht-Schädigung verinnerlicht, wahrt sich das natürliche Recht, sich oder andere im Falle eines Angriffs zu schützen.
Auch wenn dabei Gewalt angewendet werden muss.
Ahimsa wurzelt im Wohlwollen, wird durch das Gewissen gebildet und durch Wohltaten zur Wirkung gebracht.
Ethisches Verhalten und besonders Ahimsa sind keine starren Vorschriften, sondern vielmehr lebendige Prinzipien.
Es gilt, sie im Alltag immer wieder neu situationsbezogen zu verwirklichen.
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