Antikriegstag: Frieden braucht Brot
Am 1. September 2026 ist Antikriegstag.
An diesem Datum überfiel das nationalsozialistische Deutschland 1939 Polen. Seither gilt der Tag in der Bundesrepublik als Mahnung: Nie wieder Krieg.
In diesem Jahr beobachten wir stattdessen neue Aufrüstung mit Mittelstreckenwaffen, steigende Militärausgaben und den Aufruf zur „Kriegstüchtigkeit“.
Wohin fließt das Geld, das in Raketen gesteckt wird? Und was fehlt dann bei Brot, Wohnung und Bildung?
Was 2024 vereinbart wurde
Im Juli 2024 veröffentlichten die damaligen Regierungen der Vereinigten Staaten und Deutschlands eine gemeinsame Erklärung. Darin hieß es, die USA würden 2026 mit zeitweisen Verlegungen weitreichender Feuersysteme einer US-Einsatzgruppe in Deutschland beginnen, im Rahmen der Planung einer dauerhaften Stationierung.
Wenn die Einheiten vollständig aufgebaut seien, sollten sie SM-6, Tomahawk und noch in der Entwicklung befindliche Hyperschallwaffen „Dark Eagle“ umfassen. Diese Systeme hätten eine deutlich größere Reichweite als die damals in Europa vorhandenen landgestützten Feuer.
Die Tomahawk-Rakete kann bis zu 2.500 km weit fliegen, die „Dark Eagle“ soll sogar eine Reichweite von über 3.000 km erreichen.
Eine Bundestagsentscheidung in Gesetzesform war das nicht, sondern eine Mitteilung zweier Regierungen am Rande eines NATO-Gipfels.
Kritische Stimmen aus der Friedensbewegung deuteten Dark Eagle als Waffe, die die Fähigkeit zum Erstschlag gegen Russland ausbauen sollte.
Was 2026 aus der US-Stationierung wurde
Im Mai 2026 kippte Washington den ursprünglichen Zeitplan. Angaben des US-Verteidigungsministeriums und US-Medien zufolge sollte das zuständige Bataillon für weitreichendes Feuer nicht nach Deutschland verlegt werden.
Der NATO-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich bestätigte später, dass die Vereinigten Staaten vorerst keine weitreichenden Mittelstreckenwaffen in Deutschland stationieren.
Im Juli 2026 verkündete Bundeskanzler Friedrich Merz im Bundestag, Deutschland werde Tomahawk-Marschflugkörper kaufen und in Deutschland stationieren. Die Einigung sei am Rande des NATO-Treffens in Ankara mit der US-Regierung erreicht worden.
Merz sprach von einer „wichtigen strategischen Lücke“ in der Verteidigung. Zugleich wolle Deutschland eigene europäische Systeme entwickeln und in Europa stationieren.
Aus dem Plan von 2024 ist ein deutscher Kauf US-amerikanischer Waffen geworden, keine Stationierung von Dark Eagle.
Rüstungsmesse und NATO-Konferenz in Essen
Vom 22. bis 25. September 2026 findet in der Messe Essen die erste Euro Defence Expo statt, gekoppelt mit der zivilen Sicherheitsmesse Security Essen. Zeitgleich tagt auf dem Messegelände eine NATO-Konferenz für Luftstreitkräfte, bei der mehrere Hundert hochrangige NATO-Militärs erwartet werden.
Begleitet findet eine weitere Konferenz zur europäischen Fähigkeit zum weiten Schlag statt, bei der Tomahawk und Hyperschall wesentliche Rollen spielen.
Friedensgruppen in Essen bereiten Proteste und eine Friedenskonferenz vor.
Was der Haushalt schon jetzt zeigt
Im Bundeshaushalt 2026 sind für Verteidigung und Sicherheit insgesamt 100,9 Milliarden Euro veranschlagt, 28,7 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr, so das Bundesfinanzministerium.
Allein im Einzelplan des Verteidigungsministeriums stehen 82,7 Milliarden Euro; hinzu kommen Mittel aus dem Sondervermögen Bundeswehr.
Die Bundesregierung hat angekündigt, die Verteidigungsausgaben bis 2029 schrittweise auf eine NATO-Quote von 3,5 Prozent zu heben. Der DGB warnt, der Aufwuchs des Militäretats gehe zulasten sozialstaatlicher Absicherung und öffentlicher Zukunftsinvestitionen.
Zum Vergleich: Für den sozialen Wohnungsbau sind 2,7 Milliarden Euro vorgesehen. Der ganze Aufgabenbereich Wohnungswesen und Städtebau kommt im Bundeshaushalt auf 4,6 Milliarden Euro.
Bildungswesen, Wissenschaft, Forschung und Kultur stehen bei 30,2 Milliarden Euro, gegenüber dem Vorjahr sogar leicht rückläufig.
Das Bundesfinanzministerium schreibt selbst: Der Anteil der Verteidigungsausgaben an den Gesamtausgaben ist mit fast 18 % so hoch wie seit 1989 nicht.
Was PROUT an die Stelle der Rakete setzt
PROUT, die fortschrittliche Nutzungstheorie, beginnt beim Haushalt der Menschheit. Der PROUT-Begründer Shrii P. R. Sarkar sagte:
Dieses Weltall ist unser gemeinsames Erbe.
Nahrung, Kleidung, Wohnung, Bildung und medizinische Versorgung sollten als Mindestbedarf eines Zeitalters allen gesichert sein. Nicht als Almosen, sondern über würdevolle Arbeit und steigende Kaufkraft.
Sarkar nennt die Kaufkraft den echten Maßstab wirtschaftlichen Fortschritts, nicht das Durchschnittseinkommen und auch nicht das BIP. Beide verdecken Armut und ungleiche Verteilung.
PROUT steht für eine vernünftige Nutzung und Verteilung unserer Güter und Rohstoffe. Die massiven und weiter steigenden Investitionen in Rüstungsgüter, auch auf Grundlage von Schulden, gehen letztendlich auf Kosten unserer Bildung, unserer Gesundheitsversorgung und unseres Wohlstandes.
Ethische Führung statt Kriegstüchtigkeit
Sarkar nennt Menschen, die aufrichtig sind und Ausbeutung beenden wollen, die Träger ethisch gefestigter Führung.
Solche Führung misst gesellschaftliche Sicherheit nicht bloß an militärischer Stärke. Sondern daran, ob Kinder lernen und sich entfalten können, ob Mieten und Lebensmittel bezahlbar sind, ob Krankenhäuser fähiges Personal haben.
Eine solche Führung fragt: wie können wir unsere Konflikte auf friedlichem Wege lösen?
Angesichts der gewaltigen Ausgaben für Rüstung und Militär bilden schon aus wirtschaftlicher und sozialer Sicht Diplomatie und Friedensgespräche den höchsten Vorrang in echten Friedensbemühungen.
Frieden beginnt in der Güte und Klarheit unseres Herzens.
Er wird politisch, wo wir uns kompromisslos für das Wohl aller einsetzen.
Für die gesicherte Lebensgrundlage unserer heimischen Mitbürger und für Friedensgespräche mit unseren europäischen Nachbarn.
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