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TAGESLICHT Beitragsbilder 81

Deine Region, deine Wirtschaft

Was wäre, wenn deine Region selbst entscheiden könnte, wie sie sich entwickelt?

PROUT¹ macht genau das zum Grundsatz.

PROUT (die Theorie der fortschrittlichen Nutzung) schlägt eine einfache, aber weitreichende Idee vor: Wirtschaft gehört dorthin, wo die Menschen leben.

Das Grundprinzip: eigenständige Wirtschaftsregionen. Sie sollen gebildet werden nach gemeinsamer Sprache, Kultur, Landschaft und wirtschaftlichen Gegebenheiten.

In Europa würden die meisten Länder als solche Wirtschaftsregionen zählen.

Jede Region gliedert sich weiter kleinere Einheiten.

Die kleinste örtliche Einheit entspricht einer größeren Gemeinde oder einem Bereich mit 100.000 Einwohnern.

Hier beginnt die Planung. Hier entscheiden Menschen, die die Verhältnisse kennen.

Kein Schema von oben nach unten

Das ist keine bürokratische Verwaltungsplanung mit regionalem Anstrich.

Es handelt sich um eine gelebte Selbstverwaltung von unten nach oben.

Jede größere Gemeinde strebt nach größtmöglicher wirtschaftlicher Eigenständigkeit. Jede Region. Jedes Land.

Denn örtliche Entscheidungshoheit schützt vor Ausbeutung.

Ein Problem mit der EU

Die Europäische Union setzt gegenüber wirtschaftlich schwächeren Partnern Freihandel durch. Damit begünstigt sie internationale Großunternehmen auf Kosten der örtlichen Landwirtschaft und Industrie.

In Westafrika zum Beispiel verlieren betroffene Länder durch aufgrund solcher Verträge wegfallende Zölle bis zu 20 Prozent ihrer Staatseinnahmen.

Subventionierte EU-Produkte überschwemmen örtliche  Märkte und verdrängen einheimische Erzeuger. Nigeria hat entsprechende Abkommen deshalb bis heute nicht unterzeichnet, aus Angst vor dem Abbau der eigenen Industrie.

PROUT denkt anders: Gerechter Handel zwischen gleich entwickelten Regionen kommt zuerst. Wenn Regionen wirtschaftlich auf Augenhöhe sind, können sie sich zu größeren Verbünden zusammenschließen.

Was dezentrale Wirtschaft konkret bringt

Einer der größten Schäden des ungezügelten Kapitalismus ist, dass Rohstoffe und Kapital aus schwachen Regionen abfließen. Zu Eigentümern, die weit entfernt leben.

Wirtschaftliche Dezentralisierung dreht das um:

  • Saisonale Wanderarbeit wird überflüssig
  • Ländliche Regionen gewinnen an Anziehungskraft und Lebensqualität
  • Neue Arbeitsplätze entstehen dort, wo Menschen bereits leben (nicht in überfüllten Städten)

Örtliche Pläne schützen gleichzeitig die natürliche Umwelt.

Die Region entwickelt sich so für die Menschen, die dort leben.

 

 


¹PROUT steht für PROgressive Utilization Theory und ist ein alternatives sozio-ökonomisches Modell von Shrii P. R. Sarkar.

 


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