Der Frosch, der sich für einen König hielt – und was das über uns sagt
Was hindert Menschen daran, sich menschlich zu entwickeln?
Oft nicht Unwissenheit. Sondern die Überzeugung, bereits alles zu wissen.
Der spirituelle Meister Shrii Shrii Anandamurti nennt Hochmut eine Geisteskrankheit. Er beschreibt sie so:
„Gewohnheitsmäßiges Zurschaustellen ist eine der Geisteskrankheiten der Menschheit.
Die Grundursache ist das Aufblähen der eigenen Persönlichkeit – so dass andere verwirrt, verblüfft und eingeschüchtert sind.“
Die Geschichte vom Frosch
Anandamurti erzählt eine Geschichte, die das veranschaulicht.
Ein König breitet seine Goldmünzen in der Sonne aus. Ein Frosch schnappt sich das kleinste Stück.
Sofort bläht er sich auf, reckt die Kehle und ruft:
„Warum sollte ich nicht singen – ich bin so reich wie ein König!“
Als die anderen fragen, wie reich er denn wirklich sei, dreht er die kleine Münze wieder und wieder in den Händen.
„Bin ich weniger als der König?“
Der arme Frosch hat ein schiefes Bild seiner eigenen Lage. Und einen brennende Wunsch, trotzdem bewundert zu werden.
Was Hochmut anrichtet
Anandamurti zeigt, wohin das führt:
„Erstens denken sie, dass sie, da sie so großartig sind, nichts mehr von anderen lernen müssen.
Das hat zur Folge, dass ihr weiterer Fortschritt zum Stillstand kommt.
Zweitens vertreibt diese Überheblichkeit die bescheidene Haltung des Lernenden aus ihrem Geist.
Sie werden nicht nur in der Welt des Wissens, sondern auch im praktischen Leben zu Außenseitern aufgrund ihrer geballten Unwissenheit.“
Wer bescheiden ist, kann eigene Fehler sehen und sie beheben. Wer das nicht will, bleibt stehen.
Der Weg nach unten
Stillstand kommt aber nicht infrage. Anandamurti erklärt:
„Der menschliche Geist ist, wie der menschliche Körper, in Bewegung. Niemand ist hierher gekommen, um zu verharren.
Wenn man sich bewegen muss, der Weg des Fortschritts aber blockiert ist, ist man gezwungen, den Weg des Niedergangs zu gehen.“
Wer nicht wächst, fällt unweigerlich.
Anandamurti zitiert Shiva, der das bereits vor 7000 Jahren auf eine kurze Formel gebracht hat:
„Hochmut kommt vor dem Fall.“
Quelle:
Shrii Shrii Anandamurti: Shivas Teachings – 1 (continued) (Discourse 10) in: Namah Shiváya Shántáya. AMP, Kolkata 2020.
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