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Der große Streit im kleinen Reich

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Gerade erst wurde Hermann zum Fürsten des Fürstentums am Flussberg gewählt. Die Lage in seinem kleinen Land war verzwickt. Es gab ein großes Problem, das nur gemeinsam zu lösen war, doch es herrschte große Uneinigkeit.

Die rechtsseitigen Flussbewohner wünschten sich die Errichtung eines Staudamms, um eine gleichmäßige Wasserversorgung ihrer Mühlen sicherzustellen. Die linksseitigen Bewohner des Flusses fürchteten jedoch den Verlust ihrer Ernte, da ihr Getreide womöglich nicht mehr genug Wasser bekäme, sollten die Rechtsseitigen ihren gewünschten Staudamm bekommen.

Dazu kamen das Bergvolk, das den Damm kontrollieren würde und damit endlich auch einmal wichtig wäre, und das Talvolk, das nicht einmal daran denken wollte, was passieren könnte, wenn einmal zu viel Wasser aus dem Damm käme.

Als frisch gewählter Fürst berief Hermann eine Versammlung der obersten Vertreter des Fürstentums ein, um sich des Problems anzunehmen.

„Was nützen eure Mühlen ohne unser Getreide? Unsere Belange haben eindeutig und zweifellos Vorrang!“, polterte das Oberhaupt der linken Flussseite.

„So ein Unfug! Was bringt all euer Getreide, wenn es ständig verdirbt, bevor wir es vermahlen können, weil der Fluss, wie so oft in diesen Tagen, zu wenig Wasser führt, um unsere Mühlen zu betreiben? Denk doch mal nach!“, zischte der Vertreter der Rechtsseitigen zurück.

„Von oben sehen wir hier kein Problem“, gab das Bergvolk zu verstehen. „Von oben herab ist das leicht gesagt, doch wir wollen nicht untergehen“, war vom Talvolk zu vernehmen.

Hermann sah nicht, wie er der verfahrenen Lage Herr werden sollte. Ein Damm oder kein Damm – was war hier das Richtige?

Nach vielen Stunden lag die Lösung immer noch im Argen, und Hermann musste sein Urteil auf den nächsten Tag vertagen.

Die ganze Nacht lag er wach, da machte es plötzlich klick!

Zwar waren die Müller auf das Getreide der Bauern angewiesen, doch da sie die Maschinen besaßen, konnten sie niedrige Preise von den Bauern verlangen. Dennoch lebten die Bauern nicht schlecht, doch diese Ungleichheit war ihnen nicht recht. Die Talbewohner wiederum lebten stets im Schatten des großen Berges und wollten nicht, dass die sonnenverwöhnten Bergbewohner noch mehr Glanz durch einen neuen Damm bekämen.

Das eigentliche Problem lag in den Herzen, und so musste er etwas für die Seele bieten.

Am frühen Morgen verkündete Hermann seine Entscheidung: „Mit der Entscheidung für den Damm werden wir noch etwas warten. Das Fest des göttlichen Bewusstseins steht bald wieder vor der Tür. Zur Feier meiner Wahl als euer Fürst rufe ich eine Woche der Feierlichkeiten aus!“

Zuerst schauten die vier Vertreter verdutzt drein, doch die Idee eines Festes für das Allerhöchste – da waren sie dabei!

„Die Vorbereitungen müssen sofort beginnen. Unten im Tal werden wir eine strahlende Bühne errichten. Oben auf dem Berge soll besinnliche Ruhe herrschen, um gemeinsam nach innen zu schauen und sich des höchsten Bewusstseins zu erfreuen. In den Höfen der Bauern veranstalten wir einen Markt, für den jeder Verkäufer eine Standgebühr an sie zu zahlen hat, und die Müller backen wie gewohnt ihr wunderbares Brot.“

Hermann sah sich nun vier strahlenden Vertretern gegenüber. Die Talbewohner konnten ihr Glück kaum fassen: Eine schillernde Bühne – endlich würde das ganze Land sie bestaunen! Die Bauern waren begeistert: Eine Standmiete, die sie selbst bestimmen konnten! Die Müller erwarteten ein gutes Geschäft und waren trotz der hohen Standmieten zufrieden. Und oben auf dem Berge jubelten die Bergbewohner, denn jedem war klar, dass die stille Praxis heilig war.

In den nächsten Tagen war der Streit um den Damm vergessen.

Die Bewohner des kleinen Fürstentums kamen zum Singen und Tanzen im Tal zusammen, vergnügten sich gemeinsam auf dem Markt der Bauern, genossen das gute Brot der Müller und kamen in geselliger Stille auf dem Berg zusammen.

Viel zu schnell war das Fest schon fast vorbei, da ergriff Hermann das Wort bei der Abschlussfeier.

„Liebe Schwestern und Brüder, so schön es gerade ist, werden wir schon morgen wieder vor dem großen Problem stehen.

Wir alle wollen das Beste für uns selbst, doch am besten geht es uns allen, wenn wir uns darum bemühen, dass es uns allen möglichst gut geht.

Dass unser wertvolles Getreide verdirbt, weil die Mühlen stillstehen, ist ein kleines Vergehen. Wir sollten einen Damm errichten und dabei Folgendes beachten:

Alle dürfen mitentscheiden, wann wie viel Wasser aus dem Damm abgelassen wird.

Die Bauern brauchen ausreichend Wasser für ihre Felder.
Die Müller brauchen ausreichend Wasser für ihre Mühlen.
Der Damm wird bei den Bergbewohnern errichtet. Sie betreiben den Damm und halten ihn in Stand.
Die Talbewohner sollen nicht in Gefahr geraten, von zu viel Wasser überschwemmt zu werden.

Wer ist dafür?“

Schallender Jubel brach aus.

Schon bald machten sich die Bewohner des Fürstentums am Flussberg ans Werk.

Auch wenn nicht jeder es sofort verstand, wurde letztlich alles, was folgte, nur möglich, weil sie eine Liebe zum unendlichen Bewusstsein verband.

 

***

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