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Vergebung ist eine der Tugenden eines spirituellen Menschens. 

In dieser Passage zeigt Shrii Shrii Anandamurti, dass wahre Vergebung weder blind noch schwach ist: Sie erfordert Klarheit, Verantwortung und ein tiefes Verständnis für das Wohl des Einzelnen und des Kollektivs.

Was ist Vergebung? Sie bedeutet, frei von rachsüchtigen Gefühlen gegenüber irgendjemandem zu bleiben. Angenommen, jemand hat dir etwas Feindseliges angetan – du brauchst nicht wiederum rachsüchtig oder vergeltungssuchend gegenüber ihm oder ihr zu sein. Natürlich ist es für einen gewöhnlichen Menschen ganz normal, Rache zu üben, wenn jemand eine feindselige Handlung begeht: Es ist nichts Falsches daran, wenn ein gewöhnlicher Mensch so handelt.

Aber jemand, der tugendhaft ist – das heißt, jemand, der sich ein wenig über die anderen erhoben hat –, kann nicht auf diese Weise handeln. Er oder sie sollte sich anders verhalten. Wie sollte sich ein tugendhafter Mensch verhalten?

Wenn man überzeugt ist, dass die Gewohnheit des Falschhandelnden sich gebessert hat, kann man ihm oder ihr vergeben.

Wenn jedoch jemand Tausenden von Ananda Margiis Grausamkeiten zufügt, hat man kein individuelles Recht, den Täter zu entschuldigen, denn er oder sie hat Tausenden unschuldigen Menschen geschadet.

Wenn aber jemand Grausamkeiten nur gegen mich persönlich verübt hat und ich sicher bin, dass sich seine oder ihre Natur gewandelt hat, dann wäre es für mich als dhármika [spirituellen Menschen] richtig, Vergebung zu zeigen.

Hat sich seine oder ihre Natur jedoch nicht gebessert, könnte meine Vergebung dazu führen, dass diese Person noch leichtsinniger und ruchloser wird, und in einem solchen Fall würde Vergebung als Zeichen meiner Schwäche gelten.

Dies ist die dhármische Interpretation von kśamá [Vergebung]. Das heißt: Es ist weder richtig, einen Falschhandelnden blindlings zu vergeben, noch ist es richtig, ihn blindlings zu bestrafen. Wir sollten überlegt handeln, bevor wir handeln.

Wenn jemand gegen das kollektive Interesse der Gesellschaft verstößt, sollte kollektiv entschieden werden, ob dem Falschhandelnden vergeben werden soll oder nicht – und zwar unter Berücksichtigung der Frage, ob er oder sie die schlechte Gewohnheit bereits abgelegt hat. Kein Individuum kann in dieser Hinsicht willkürlich eine Entscheidung treffen.

(Aus dem Englischen übersetzt durch die Redaktion.)

 

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Ankündigungen

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7.-11.01. 2026
Ananda Ashram, Wolfegg 

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