Skip to main content Scroll Top
die_welltenträumer

Die (beinahe) vollständige (verkürzte) Geschichte von der Erschaffung unserer Welt geht so (oder so ähnlich):

Für Manuel war lange klar, dass es etwas gab, das wahr war und dass das Wahre durch Vernunft erkennbar war. Doch die schneidende Logik eines berühmten, zweifelnden Philosophen brachte diese Wahrheit nun ins Wanken und mit ihr Manuels festen Stand.

Wie sollten wir ohne die Gewissheiten unseres Verstandes leben? So konnte es nicht weitergehen. Die Vernunft musste gerettet werden. Manuel machte sich ans Werk.

Nach Jahren des Dichtens und Denkens, des Grübelns und Kalkulierens war die Lösung klar. Es war, wie es schon der alte Platon sah: Alle Erkenntnis ist begrenzt, das Noumenon, das Ding an sich, bleibt unzugänglich. Doch das ist nicht schlimm, da uns die Welt nach bestimmten Gesetzen erscheint. Wie wir die Welt sehen, wird durch Regeln bestimmt, die in unserem Geist verankert sind.

Zu Beginn erträumt der Geist Raum und Zeit. Ohne Raum gäbe es keinen Abstand, ohne Abstand keine Trennung und ohne Trennung keine Objekte – einen Beobachter, aber nichts zu beobachten. Ohne Zeit gäbe es kein Vorher und Nachher, keine Abfolge von Ereignissen, keine Veränderungen, wie sie die Welt uns jedoch stets zeigt – alles bliebe immer gleich.

Klassifikationen wie Raum und Zeit sind untrennbar mit der Struktur unseres Geistes verwoben. Sie ordnen unsere Wahrnehmungen und machen diese miteinander vergleichbar. Unser Verstand und unsere Vernunft vergleichen unsere Wahrnehmungen innerhalb des Regelwerks, das durch die grundlegende Funktionsweise unseres Geistes vorgegeben ist. Innerhalb dieses Regelwerks, dem wir nicht entrinnen können, gibt es verborgene Wahrheiten, die wir mit Verstand und Vernunft aufdecken können.

Manuel hatte es geschafft! Die Gewissheiten von Verstand und Vernunft waren gerettet, wenn auch nur relativ. Absolute Wahrheiten waren zwar nicht echt, da hatte der zweifelnde Philosoph recht. Doch alle Wahrnehmungen folgen den Regeln des wahrnehmenden Geistes, und im Rahmen dieser Regeln waren Wahrheiten dann doch echt!

Zufrieden betrachtete Manuel sein Werk und sah, dass es gut war.

Und die Welt sah es auch. Rasch verbreitete sich die revolutionäre Kunde von der neuen Erkenntnis: Das Wesen des Geistes selbst ist es, das die Welt erklärt. Über viele Jahrzehnte trug sich Manuels Erkenntnis fort und drang schließlich in des jungen Albrechts Ohr.

Albrecht sehnte sich vor allem nach Ruhe, die er jedoch nie erlangen würde, wenn er nicht begriff, wie der Alte das Universum erschuf. Was hat Er gedacht? Welche Regeln hat Er sich zu eigen gemacht? Manuels Ideen wiesen Albrecht einen Weg. Raum und Zeit und Relativität – was, wenn das am Anfang unseres Universums steht? Man müsste diese Wahrheit doch darin sehen, wie sich materielle Dinge bewegen.

Nach Jahren des Tüftelns und Denkens, des Rechnens und Änderns fiel es ihm endlich ein: Die Relativität von Raum und Zeit könnte die Ursache der Schwerkraft sein! Viele Messungen gaben Albrecht recht, und so hat er mit seinen Formeln aus Versehen ein neues Universum erschaffen.

In diesem Universum gab es vor unzähligen Zeiten eine Zeit, vor der nichts da war. Dann gab es einen Knall, und plötzlich war alles da. Das sagten Albrechts Formeln, und Albrechts Formeln waren wahr.

Was Manuel zuvor erkannte, war, dass wir die Welt nach bestimmten Regeln erträumen, und Albrecht wollte die Gesetze dieses kosmischen Traums vermessen. Dabei erträumten beide selbst ihre Ideen, und ihre Ideen verbreiteten sich in nahezu jeden Winkel der Welt.

Die Ideen von Manuel und Albrecht wurden zu unseren kollektiven Ideen, zu kollektiven Ideen, die unser persönliches und gesellschaftliches Denken unterbewusst prägen. Die Träume von Manuel und Albrecht wurden zu unserer Wirklichkeit.

 

Die Geschichte zeigt uns, wie Gedanken, die heute das gesellschaftliche Weltbild bestimmen, einst selbst erträumt wurden. Diese Träume bestimmen heute in großem Maße, was als wahr denkbar ist und was nicht. Wir leben in den Träumen des Urknalls und des Verstandes als wertvollstes Werkzeug für Fortschritt. Vielfach hinterfragen wir diese Gedanken nicht, wir glauben sie.

Doch die Träume von Manuel und Albrecht hinterlassen eine Leere in unseren sich ständig sehnenden Herzen. Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Was ist des Lebens Sinn?

Bin ich das Ergebnis eines großen, zufälligen Knalls? Wer hat entschieden, dass wir die Welt in Kategorien von Raum und Zeit wahrnehmen, und warum?

Um die Sehnsucht dieser Fragen zu stillen, braucht es einen größeren Traum.

Den Traum von einem höchsten Wesen, einem kosmischen Vater, der, wie wir auch, die Welt erträumt. Wir sind Seine Töchter und Söhne, die Söhne und Töchter des höchsten Bewusstseins.

Wir leben im Traum des höchsten Vaters, und Er braucht uns, um nicht alleine zu sein. Er ist wie wir und sehnt sich nach Freude und Gemeinschaft. Wir sind hier, um Ihm Freude zu bereiten, und indem wir Ihm Freude bereiten, bereiten wir dem Universum Freude, denn Er ist das Universum.

Wie unser kosmischer Vater erträumen wir unsere Wirklichkeit, und wie Er können wir den Traum, den wir träumen, selbst bestimmen. Indem wir uns entscheiden, Seinen Traum zu träumen, erfüllen wir unsere höchste Bestimmung.

Werden wir selbst zu Weltenträumern.

***

Ankündigungen

 

Sommer Retreat

Unser jährliches Highlight in Ananda Diipa. 7 Tage im spirituellen Fluss, umgeben von herrlicher Natur.

Hier kannst du dich anmelden:
https://www.grenzenlosmenschlich.de/sommer-retreat-2025/

Translate »