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Bundesarchiv_Bild_183-L0628-0025,_Berlin,_Besuch_Egon_Bahr_bei_Otto_Winzer

Egon Bahr – Frieden durch Annäherung

„Wandel durch Annäherung.“

Egon Bahr

 

Heute, am Geburtstag von Egon Bahr, möchte ich an einen Menschen erinnern, der den Mut hatte, einen anderen Weg zu gehen.

Einen Weg, der nicht auf Abgrenzung beruhte, sondern auf Begegnung und geduldiger Annäherung.

Bahr suchte nicht den schnellen Erfolg. Er suchte das Verstehen.

Er wirkte als engster Vertrauter von Willy Brandt und Vordenker einer neuen Ostpolitik.

Indem er edle menschliche Absichten, beharrliche Vernunft und außergewöhnliches Verhandlungsgeschick verband, bereitete er den Boden für einen friedlichen Wandel in Europa und letztlich die Wiedervereinigung Deutschlands.

 

Wirklichkeitssinn, der verbindet

Mitten im Kalten Krieg, in einer Zeit tiefen Misstrauens, entwickelte Bahr eine neue Sicht:

Nicht Abstandnahme würde den Konflikt lösen, sondern Begegnung und Beziehung.

Als Staatssekretär im Kanzleramt Willy Brandts baute er Brücken und Straßen, die die künstlich geteilte Welt des Kalten Krieges Schritt für Schritt wieder miteinander verband.

Bahr führte persönlich Verhandlungen mit Vertretern aus Moskau und der DDR und leitete übersehend die Verhandlungen mit Polen, die zu den Moskauer und Warschauer Verträgen und dem Grundlagenvertrag mit der DDR führten.

Dabei rang er teilweise um jedes Wort.

Misstrauen von der Gegenseite, Kritik aus dem eigenen Land, argwöhnische Beobachtung aus Amerika – in diesem angespannten Feld ging Bahr mit Feingefühl, Geduld und Entschlossenheit voran.

Er erkannte die Wirklichkeit an, ohne sich ihr zu beugen.

Denn für ihn war klar: Wirkliche Veränderung entsteht nicht durch Druck, sondern durch Vertrauen.

In kleinen Schritten, in vielen Gesprächen, in geduldiger Beharrlichkeit entstand etwas Neues: eine vorsichtige Öffnung, ein erstes gegenseitiges Verstehen, ein allmählicher Wandel.

 

Hochachtung

Egon Bahr ist ein Beispiel für einen Menschen, der den Mut hatte, gegen die Denkweise des Widerstreits zu handeln.

Er suchte nicht den Sieg über den anderen, sondern einen Weg mit ihm.
Er setzte auf Wirklichkeitssinn, Geduld und die Kraft der Begegnung.

So trug er dazu bei, dass aus Trennung allmählich Verbindung werden konnte.

Meine Hochachtung.

 


Foto: Bundesarchiv, Bild 183-L0628-0025 / Spremberg, Joachim / CC-BY-SA 3.0

Minister Winzer empfing Staatssekretär Bahr- Der Minister für Auswärtige Angelegenheiten der DDR, Otto Winzer (rechts), empfing am 28.6.72 den Staatssekretär im Bundeskanzleramt der BRD Egon Bahr (links) zu einem Gespräch über Fragen im Zusammenhang mit dem Meinungsaustausch zwischen der DDR und der BRD. Die Unterredung, an der der Staatssekretär beim Ministerrat der DDR Dr. Michael Kohl (Mitte) teilnahm, kam auf beiderseitigem Wunsch zustande.


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