Gier ist die Wurzel aller Übeltaten
Alle Menschen wollen mehr.
Das ist keine Schwäche. Es ist menschlich.
Die Frage ist nur: Mehr wovon? Und wozu?
Der spirituelle Meister Shrii Shrii Anandamurti unterscheidet in seinem Buch Namah Shivaya Shantaya drei Arten des Verlangens:
Erstens das Streben nach spirituellem Wachstum. Das ist harmlos, ja förderlich.
Zweitens das Streben nach Wissen und Ideen. Das ist ebenfalls harmlos, solange es dem Wohl der Menschheit dient.
Drittens die Gier nach materiellen Dingen:
Der unvernünftige Durst nach dem Erwerb materieller Dinge wird als Gier bezeichnet.
Was passiert, wenn Ideen ohne Wohlwollen verfolgt werden? Anandamurti ist hier direkt:
Es verschmutzt den Geist der Menschen und macht sie verhärtet im Geist: Er führt zu Streitigkeiten zwischen Fehlglauben und Theorien und erniedrigt die Menschen auf die Ebene des Tierischen.
Das ist nicht nur eine Warnung. Es ist eine Beschreibung der Gegenwart.
Anandamurti schreibt:
Der Grad der Engstirnigkeit hat ins Unermessliche zugenommen. Die Menschen haben das Vertrauen in ihre Mitmenschen verloren. In allen Lebensbereichen denken die Menschen heute das eine, sagen das andere und tun etwas ganz anderes.
Heuchelei herrscht. Blinder Glaube geht über Gespräch. Misstrauen spaltet Menschen und Staaten.
Die Ursache?
Die Neigung, Ideen ohne den Geist des Wohlergehens zu übernehmen. Und noch mehr als das, die Neigung, die Objekte des materiellen Genusses in immer größeren Mengen zu erwerben.
Der große Yogi Shiva hat das vor 7000 Jahren auf den Punkt gebracht:
Lobhah pápasya hetubhútah“ – Gier ist die Wurzel aller Übeltaten.
Quelle:
Shrii Shrii Anandamurti: Shivas Teachings – 1 (continued) (Discourse 10) in: Namah Shiváya Shántáya. AMP, Kolkata 2020.
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