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ChatGPT Image 18. Jan. 2026, 15_45_18

In Beziehung zum Ganzen

Über Hingabe, Anziehung und die Gleichwertigkeit allen Lebens

Der folgende Text ist ein Auszug aus einer spirituellen Rede von Shrii Shrii Anandamurti.

Er erinnert daran, dass jeder Mensch und jedes Wesen eine Beziehung zum Weltall haben. Die gefühlsmäßige Anziehung zu dem göttlichen Bewusstsein – also der Quelle des Weltalls, die Weltseele – ist Hingabe.

Der Text erinnert uns an unsere Bedeutung und lebendigen Beziehung zum unendlichen Bewusstsein.

Beginn der Übersetzung:

Was ist der Weg der Hingabe? Jedes einzelne Objekt in diesem Universum wird von anderen Objekten angezogen. Zwischen einem sehr großen Stern, einem Planeten oder einem Satelliten und einem kleinen Meteor oder sogar einem Stein besteht eine wechselseitige Beziehung.

Das eine zieht das andere an, und aufgrund dieser gegenseitigen Anziehung bleibt das Gleichgewicht im Universum erhalten.

Wenn jemand in einem Moment der Schwäche denkt: „Ich bin ein nutzloses Wesen, mein Dasein ist bedeutungslos“ – wenn eine winzige Ameise meint, ihr Dasein habe keinen Wert, oder wenn ein hundertjähriger Mensch denkt, sein körperliches Dasein habe keinerlei Bedeutung mehr und es spiele daher kaum eine Rolle, ob er weiterlebt oder stirbt –, dann irrt diese Person grundlegend.

Das Dasein jedes Menschen ist gleichermaßen wertvoll. Die eigentliche Frage ist, wie das eigene Leben am besten genutzt werden kann. Es gibt nichts in diesem Weltall, das völlig wertlos wäre.

Überall gibt es gegenseitige Anziehung. Eine winzige Ameise zieht ein großes Wesen an, und das große Wesen zieht die winzige Ameise an. Wenn ein Mensch im gefühlsgetragenen Strom der Hingabe denkt: „Ich ziehe das weite Weltall, einschließlich Parama Puruśa [Ur-Bewusstsein, Weltseele], an, und ich werde zugleich angezogen“, dann wird dieses bewusste Empfinden gegenseitiger Anziehung in der psychologischen Ausdrucksweise als Bhakti bezeichnet.

Ob gebildet oder ungebildet, jung oder alt – wer dieses Element der Hingabe in sich trägt, von dem sagt man, er habe ein erfülltes Leben geführt. Denn die höchste Erfüllung des mikrokosmischen Daseins liegt gerade in der Fähigkeit, das Große anzuziehen.

Das höchste Wesen zieht dich mit mächtiger Kraft an. Und auch du ziehst das höchste Wesen mit deiner begrenzten Kraft an – du bist niemandem unterlegen.

Du kennst die Geschichte aus der Rāmāyaṇa [Großes indisches Werk]: Beim Bau der Brücke trugen die großen Affen schwere Steine, während die kleinen Eichhörnchen nur winzige Sandkörner herbeibrachten. Gibt es einen Unterschied zwischen dem Tragen winziger Sandkörner durch die Eichhörnchen auf der einen Seite und dem Tragen eines ganzen Berges durch Hanumān auf der anderen?

Beides ist gleichermaßen wertvoll.

Du magst ein kleines Wesen sein wie ein Eichhörnchen, doch dein Dasein ist keineswegs unbedeutend, denn du besitzt eine vollkommene gefühlsmäßige Anziehungskraft. Dies ist eine schöne Erklärung des Weges der Hingabe – die beste psychologische Erklärung der Hingabe.

Shrii Shrii Anandamurti
Namami Krsnasundaram

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