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Ist unser Erdgas schon in ein paar Wochen leer?

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Die Erdgasspeicher in Deutschland sind derzeit außergewöhnlich leer für diese Jahreszeit. Insgesamt lagen die Füllstände am Dienstag bei knapp unter 45 %. Letztes Jahr lagen sie zur selben Zeit noch bei knapp über 70 %.

Bedenkt man, dass Deutschland – je nachdem, wie kalt es draußen ist – etwa zwischen 0,5 % und 1,5 % pro Tag aus den Speichern entnimmt, dann kommen wir ganz grob geschätzt auf 45 verbleibende Tage, bis die Gasspeicher vollständig entleert sind.

Das sind noch rund 6 Wochen oder Ende Februar.

Eher wärmeres Wetter verlängert diese Zeit, eher kälteres verkürzt sie.

Seit ein paar Tagen verdichtet sich in den Wettermodellen jedoch eine deutliche Tendenz zu einer weiteren Kältephase, die sehr wahrscheinlich Ende Januar beginnen wird und vermutlich etwa 10 Tage anhalten wird.

Weiterhin zeigen die Wettermodelle relativ stabil eine nicht zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit für einen echten Kälteeinbruch mit Temperaturen von bis zu −25 Grad in der Nacht, von Osteuropa bis nach Frankreich. Derzeit scheint dieser Verlauf recht unwahrscheinlich, aber auszuschließen ist er nicht.

Langfristig ist eine Großwetterlage mit einem langen Winter bis tief in den März hinein ebenfalls als realistisch einzustufen.

Zusammengefasst ist es derzeit wahrscheinlich, dass wir noch einmal eine Kältewelle wie von Mitte Dezember bis Anfang Januar bekommen werden, mit der geringen, aber nicht unbedeutenden Gefahr eines extremen Kälteeinbruchs.

Diese Situation trifft nun auf die vergleichsweise schon sehr ausgeschöpften Gasspeicher.

An den Finanzmärkten ist Erdgas, das im Februar nach Europa geliefert werden soll, diese Woche bereits etwa 30 % im Preis gestiegen. Investoren und Spekulanten nehmen die Gefahr ernst.

Unsere Politik sowie unsere Medien bisher leider nicht. Dabei war es abzusehen, dass dieses Szenario eintreten könnte. Deutschland ist bereits im September mit vergleichsweise niedrigen Füllständen in die kalte Jahreszeit gestartet.

Ich möchte jedoch nicht weiter auf die dadurch offenbar werdende Inkompetenz unserer sogenannten Eliten eingehen.

Wichtiger ist: Was können wir jetzt noch tun?

Uns vorbereiten.

Sollte eine Gasmangellage eintreten, ist es nicht unwahrscheinlich, dass eine Art Panik eintritt, die zu sehr irrationalen Preisen für alle Energieträger führen könnte, die als Alternative zu Erdgas genutzt werden können.

Wer das Glück hat, über einen Holzofen zu verfügen, sollte überlegen, ob er nicht ein wenig Holz bevorratet, während es noch günstig und einfach zu bekommen ist. Ein Vorrat für 2 Wochen ist gut, 4 sind besser. Wer mit Öl heizt, sollte sichergehen, dass die Heizungstanks nicht während dieser möglicherweise kritischen Periode gefüllt werden müssen.

Für alle anderen (wie mich) sind die Möglichkeiten begrenzter. Für Autofahrer ist es sicherlich eine gute Idee, den Tank ihres Autos eher gefüllt zu halten oder, wenn die Umstände es ermöglichen, vielleicht auch 10 oder 20 Liter Benzin in der Garage oder im Keller in einem Kanister zu bevorraten.

Dazu ist es sicher keine schlechte Idee, ein paar Grundnahrungsmittel auf Vorrat zu haben, sodass man eine Woche alleine auskommt.

Zum Abschluss noch ein Wort der Entwarnung: Wer mit Gas heizt und darauf angewiesen ist, wird nicht frieren. Formal gesehen beginnt eine Gasmangellage bei 20 % Speicherfüllständen, und dann ist gesetzlich geregelt, dass zuerst industrielle Verbraucher abgestellt werden müssen.

Langfristig wäre das beinahe katastrophal für die deutsche Wirtschaft, das ist jetzt allerdings nebensächlich. Möglicherweise wäre eine Gasmangellage sogar gar nicht schlecht. Derzeit existieren nämlich noch drei voll einsatzfähige Gasleitungen von Russland bis nach Europa, und vielleicht würde man sich im Land dann doch einmal anfangen zu fragen, weshalb man diese eigentlich geschlossen hält.

Abschließend noch: Für Abenteurer und Wagemutige bieten die Finanzmärkte jede Menge Möglichkeiten, sich gegen solche Ereignisse zumindest finanziell zu schützen oder gar davon zu profitieren.

P.S.: Von Grönland, wobei es hauptsächlich um Künstliche Intelligenz geht, über die derzeitigen Entwicklungen in und rund um den Iran und viele weitere Themen könnte ich dieser Tage beinahe jeden Tag etwas schreiben. Neben der Tatsache, dass ich auch so kaum Zeit habe, hält mich jedoch davon ab, dass ich mir nicht sicher bin, ob und wie viel Interesse an mehr Beiträgen von mir besteht. Falls du gerne häufiger von mir lesen würdest, sag mir bitte Bescheid, damit ich einen Eindruck bekomme. Danke!

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