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Meditation kinderleicht erklärt.

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Wie uns die Feynman-Methode helfen kann, Themen besser zu verstehen.

 

Richard Feynman war ein bekannter Physiker, der unter anderem den Nobelpreis erhalten und zahlreiche Beiträge u.a. zur Quantenmechanik, Quantenaerodynamik oder der Teilchenphysik. Sein Leben war geprägt von großer Neugier und der Lust am Lernen.

Unter anderem ist von ihm eine einfache Methode bekannt, die in 4 Schritten zu einem tieferen Verständnis eines beliebigen Themas führt.

  1. Benenne dein Thema. 

Spezifiziere genau, mit welchem Gegenstand du dich beschäftigst.

  1. Erkläre es aus deinem Gedächtnis heraus. 

Du kannst einer anderen Person das Thema erklären oder einfach alles aufschreiben, was dir dazu einfällt.

  1. Werde dir der Lücken bewusst und fülle sie.

Wahrscheinlich merkst Du selbst, an welcher Stelle du stolperst oder dein Wissen nur oberflächlich ist. Bemühe dich, auch diese Aspekte in der Tiefe zu durchdringen. Es lohnt sich, wenige Dinge in der Tiefe zu verstehen, anstatt viele Informationen einfach oberflächlich wiederzugeben.

  1. Erkläre dein Thema einem Kind.

Zum Schluss sollte dein Verständnis so tief sein, dass du mit sehr einfacher Sprache und greifbaren Analogien, Bildern etc. selbst einem Kind dein Thema verständlich machen kannst. Das ist der höchste Prüfstein, dass du das Thema wirklich durchdrungen hast.

Feynman sagt: “If I cannot explain in a simple way, the problem lies in my understanding of the topic, not my teaching abilities.” 

Zu Deutsch: “Wenn ich ein Thema nicht einfach erklären kann, liegt es nicht an meiner Lehrfähigkeit, sondern daran,  dass ich das Thema nicht wirklich durchdrungen habe”.  So viel zur Theorie. Ich habe mir diese Methode zu Herzen genommen und einmal selbst angewendet.

 

Mein Thema: Meditation

Ich habe bereits viel über dieses Thema nachgedacht. Dennoch kam ein erster Erklärungsversuch schnell an seine Grenzen.

Hier ist ein fiktives Gespräch:

Was ist Meditation?

  • Meditation ist konzentriertes Denken.

Worüber denkst du nach?

  • Über kosmisches Bewusstsein.

Was ist kosmisches Bewusstsein?

Hier musste ich stocken. Mir fiel es schwer, eine befriedigende Erklärung für “kosmisches Bewusstsein” zu finden, die auch Menschen verstehen, die nicht meditieren.

 

Ich wurde mir bewusst, wo der Unterschied zwischen “wissen” und “verstehen” liegt.

In meinem zweiten Versuch bemühte ich mich, mir vorzustellen, welche Fragen ein Kind stellen würde. Sehr häufig ist die Frage “Warum?” Darauf wollte ich gefasst sein.

Hier also ein zweites fiktives Gespräch, diesmal mit einem Kind:

Was ist Meditation?

  • Meditation ist konzentriertes Nachdenken.

Worüber denkst du nach?

  • Ich denke über grenzenlose Liebe nach.

Woher weißt du, dass es grenzenlose Liebe gibt?

  • Ich weiß es nicht. Aber ich kann darüber nachdenken, wie es wäre, wenn es sie gäbe. Und in diese Vorstellung hineinfühlen. Und allein dadurch spüre ich dieses Gefühl der Liebe immer stärker.

Warum?

  • Es gibt ein psychologisches Gesetz: “As you think, so you become.” Unsere Gedanken bestimmen, wie wir sind. Wenn ich an Liebe denke, wird dieses Gefühl in mir immer stärker.

Warum ist das so?

  • Um etwas verstehen oder wahrnehmen zu können, müssen meine Gedanken die entsprechende Form einnehmen. Um z.B. Lichtwellen, die von einem Baum abprallen und in mein Auge gelangen, zu interpretieren, muss ich ein inneres Bild des Baumes erzeugen.
  • Dann denke ich: ich sehe den Baum. In Wirklichkeit wurde ein Teil von mir zu einem gedanklichen Baum.
  • Genauso, wenn ich an Liebe denke: um grenzenlose Liebe zu verstehen, muss ich dieses Gefühl selbst in mir spüren.

Warum meditierst du dafür?

  • Wir können auch Liebe im Umgang mit unserer Familie, unseren Freunden, Haustieren, etc. erfahren. Aber diese Liebe ist dann immer an z.B. eine Person geknüpft, die selbst auch Fehler hat und nicht immer da ist. Diese Liebe ist also begrenzt. Das ist nicht so in der Meditation. Wenn wir meditieren, spüren wir diese Liebe im Inneren, egal wo wir sind.

Warum können wir Liebe in uns spüren?

  • In der ganzen Welt gibt es die Kräfte der Anziehung und Abstoßung. Wegen der Kraft der Abstoßung haben wir das Gefühl, etwas Getrenntes zu sein in einer Welt voller getrennter Dinge. Gleichzeitig ist überall auch die Kraft der Anziehung. Sie hält Atome, Moleküle, Sonnensysteme, Ökosysteme etc. zusammen. Letztlich ist durch sie alles miteinander verbunden. Liebe ist genau diese Kraft der Anziehung, wenn sie von Menschen erfahren wird. Sie lässt zum Beispiel Partnerschaften und Familien entstehen.
  • Es liegt also in unserer Natur, diese Liebe in uns zu spüren und auch zu suchen. Nur sind wir häufig nicht dazu fähig, weil uns störende Gedanken daran hindern, unsere Verbundenheit mit und Liebe zur ganzen Welt zu spüren.

Warum tun sie das?

  • Diese Liebe geht sehr tief. Aber wir können die Tiefe nicht erfahren, wenn die Oberfläche aufgeregt ist. Bei einem See mit unruhigen Wellen können wir erst auf den Grund sehen, wenn die Wellen sich legen.

Wie schaffen wir das?

  • Vereinfachung bringt Beruhigung. In der Meditation denken wir nur noch an einen Gedanken. Das bringt die Ruhe, die wir brauchen, um nach innen zu schauen.

Können wir also auch einfach nur an Kuchen denken?

  • Das ist auch zwar nur ein Gedanke, aber klappt nicht so gut.

Warum?

  • Um nur an eine zu Sache zu denken, müssen wir sie sehr stark wollen. Wenn wir an Kuchen, Bonbons, oder irgendetwas Äußeres denken, können wir es bekommen oder auch nicht.
  • Deshalb ist es wichtig, sich auf das Innere auszurichten, was wir auf jeden Fall bekommen. Und das Innerste ist unser Gefühl, dass wir „einfach da sind“.

Und was hat das mit Liebe zu tun?

  • Es ist wie, wenn du nach Hause kommst. Du fühlst dich willkommen, weil du weißt, dass du hier geborgen und geliebt bist.
  • Unser Zuhause ist gleichzeitig der Ort, von dem aus wir alles machen und zu wir immer zurückkommen.
  • Dieses Gefühl, “einfach da zu sein” entspricht genau dem, was ein Zuhause ist. Wenn wir das spüren können, fühlen wir uns zu Hause. Wir fühlen uns geliebt.

An dieser Stelle möchte ich das fiktive Gespräch beenden. Es könnte noch endlos so weiter gehen.

Ich möchte dich aber an dieser Stelle einladen, selbst die Feynman-Methode anzuwenden, um ein tieferes Verständnis zu entwickeln von allen Dingen, die dich beschäftigen und die du mit anderen teilen möchtest.

 

Quelle:

https://productiveclub.com/feynman-technique/

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