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Schwarz nimmt keine andere Farbe an

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Eine Kurzgeschichte von Shrii P. R. Sarkar

In dieser Geschichte beschreibt Shrii P. R. Sarkar die Hartnäckigkeit von Gewohnheiten, besonders auch von schlechten. Sie können zur Natur und zum Schicksal werden.

Beginn der von der Redaktion aus dem Englischen übersetzten Geschichte:

Vielleicht hast du schon Geschichten über die mythische Stadt Andherinagari gehört, die in der Nähe von Allahabad lag. Dort war das Essen unglaublich billig. Man konnte ein Kilo gebratene Okra für zwei Paisa und ein Kilo gebratenes Gemüse für einen Paisa kaufen. Der König von Andherinagari hieß Choapat́.

In Andherinagari lebte ein sehr intelligenter Mann, der eine äußerst schlechte Angewohnheit hatte: Er verletzte andere Menschen. Diese Neigung hatte ihn so sehr in ihren Bann geschlagen, dass ihm sein Essen nur dann schmeckte, wenn er gerade jemanden verletzt hatte. Er trank nicht einmal ein Glas Gerstenwasser, ohne vorher jemandem Schmerzen zugefügt zu haben. Wie du dir sicher vorstellen kannst, machte diese schlechte Gewohnheit das Leben seiner Nachbarn unerträglich.

Eines schönen Tages kam der Ruf aus der anderen Welt zu ihm. Er rief die Nachbarn zusammen und sagte:
„Freunde, meine schlechte Angewohnheit hat euch viel Leid gebracht. Heute, bevor mein Leben in diesem sterblichen Körper zu Ende geht, möchte ich diese Gewohnheit ablegen. Aber ich brauche eure Hilfe. Bitte erweist mir einen letzten Gefallen, wenn ich gestorben bin. Hängt meinen Leichnam verkehrt herum an den Beinen an einen Ast dieses Banyanbaums und werft Steine auf mich. Jeder Stein, der meinen baumelnden Körper trifft, wird mich einen Schritt näher in den Himmel bringen.“

Die Nachbarn zögerten. „Aber du wirst diese schlechte Angewohnheit sicher aufgeben, wenn du in die andere Welt kommst“, sagten sie. „Außerdem könnten wir niemals Steine auf einen Leichnam werfen. Nein, so etwas können wir nicht einmal in Betracht ziehen.“

„Wollt ihr mir die Freude verweigern, im Himmel süßes und würziges Polau zu essen?“ fragte er. „Wollt ihr verhindern, dass ich freundliche Gespräche mit den Engeln führe? Wollt ihr mich am Eintritt in den Himmel hindern?“
„Nein, nein, nein, natürlich nicht“, sagten die unschuldigen Nachbarn, „aber der Gedanke, Steine auf deinen toten Körper zu werfen, gefällt uns nicht. Wenn nur das deiner Seele Frieden bringt, dann werden wir es wohl tun – aber nur mit größtem Widerwillen.“

Spät am Nachmittag starb der Mann, und die Nachbarn erfüllten widerwillig seinen letzten Wunsch. Behutsam warfen sie ein oder zwei Steine auf seinen kopfüber am Banyanbaum hängenden Leichnam. Tränen traten ihnen in die Augen, denn sie taten es für den Frieden der verstorbenen Seele.

Plötzlich erschien der Bezirks-Polizeichef mit einer großen Einheit von Polizisten. Sie umzingelten die Dorfbewohner, nahmen sie fest und warfen sie in den hinteren Teil eines roten Vans. Die Dorfbewohner waren wie vor den Kopf geschlagen. Einer der Polizisten brach das Schweigen:
„Wir haben soeben einen Brief vom Verstorbenen erhalten. Darin schreibt er: ‚Die Dorfbewohner haben mir mein Leben lang Ärger bereitet. Ich hörte, dass sie selbst am Vorabend meines Todes planten, mich zu quälen, indem sie meinen Leichnam an einen Baum hängen und Steine auf ihn werfen wollten. Bitte kommt schnell, um meinen Körper zu schützen.‘ Wir sind sofort gekommen und haben euch auf frischer Tat ertappt.“

Selbst nach dem Tod weigerte sich dieser Mann, seine schlechte Gewohnheit aufzugeben. Darum sagt man: „Schwarz nimmt keine andere Farbe an.“

*

Anmerkung: Den in dieser Geschichte geschilderte Ausdruck menschlichen Verhaltens können wir in der Menschheitsgeschichte öfter beobachten. Sich darüber bewusst zu sein, hilft uns, dieses Verhalten besser zu verstehen und damit wohlwollend und angemessen umzugehen. Es hilft uns auch, unsere eigenen Gewohnheiten zu prüfen und zum Guten zu lenken. 

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Ankündigungen

 

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Gemeinsam praktizieren wir die speziellen Techniken, die Shrii P. R. Sarkar gegeben hat, um ein Sadvipra zu werden – dazu gehören:

  • spirituelle Übungen,
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