Venezuela: Worum geht es Trump wirklich?
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Die USA haben mit Nicolás Maduro, den amtierenden Staatspräsidenten eines souveränen Landes, unverhohlen und grobschlächtig entführt. Offiziell geht es dabei um den Kampf gegen Drogen. Eine Begründung, die so fadenscheinig ist, dass selbst der amerikanische Präsident offen über das scheinbar wahre Motiv spricht.
Laut Donald Trump wird das Land nun auf unbestimmte Zeit von den USA geführt („we are going to run the country“), und besonders die reichen Erdölvorkommen Venezuelas – die reichsten der Welt – werden den großen Erdölkonzernen der Vereinigten Staaten zur Ausbeutung zur Verfügung gestellt.
Doch auch das ist nur ein kleiner Bruchteil der ganzen Geschichte.
Ja, es geht um Erdöl. Jedoch nicht unbedingt um mehr davon für die USA.
Erdöl ist nämlich nicht gleich Erdöl. Das Erdöl Saudi-Arabiens ist beispielsweise leicht und flüssig, ähnlich wie wir Benzin aus der Zapfsäule kennen. Es kann leicht gefördert werden und eignet sich besonders für die Herstellung von Benzin. In der venezolanischen Erde hingegen liegt sogenanntes Schweröl. Eine zähe, klebrige Masse, die nur unter hohem Aufwand und mit hohen Kosten gefördert werden kann. Sie erinnert eher an Asphalt als an Öl. Tatsächlich ist das Schweröl Venezuelas für den Straßenbau besser geeignet als jedes andere Öl. Es dient dazu, die Steine des Straßenbelags langfristig und wasserdicht miteinander zu verkleben und ist nur sehr aufwendig und teuer durch andere Ölarten ersetzbar.
So kommen wir nach China. Dem Land, das seine Infrastruktur wie kein anderes auf der Welt ausbaut und weiter ausbauen möchte. Ja, gewissermaßen ist es darauf angewiesen, da die massiven staatlichen Infrastrukturausbauprojekte ein wichtiger Treiber der chinesischen Wirtschaft sind und ein Teil des Wohlstandsversprechens, das die Macht der Kommunistischen Partei Chinas sichert.
Kurz gesagt: Ohne Öl aus Venezuela wird der Straßenbau in China deutlich erschwert. Das trifft ins Herz des chinesischen Machtgefüges und der chinesischen Wirtschaft, wodurch China als globaler Herausforderer des US-Imperiums stark geschwächt wird. Nicht ohne Grund investierte China in den vergangenen zehn Jahren knapp 100 Milliarden US-Dollar in Venezuela.
Der Angriff auf Venezuela ist vor allem ein Angriff auf China. Doch im Gesamtbild geopolitischer Entwicklungen offenbart er noch mehr über die strategischen Absichten der USA.
Blicken wir nach Iran. Die iranische Bevölkerung leidet unter extremen wirtschaftlichen Problemen. Neben den extremen Sanktionen belasten Korruption und Inkompetenz des dortigen Regimes die Bürger stark. Ein perfekter Nährboden für eine Regime-Change-Operation westlicher Geheimdienste, wahrscheinlich unter Führung der USA.
Genau ein solcher Regimewechsel, also die mit gewaltsamen, verdeckten Handlungen herbeigeführte Entfernung der politischen Führung eines Landes, um sie durch eine andere, genehme Führung zu ersetzen, scheint sich gerade im Iran abzuspielen. Seit Monaten nehmen Proteste der Bevölkerung zu und scheinen nun zu einer echten Gefahr für die dortigen Machthaber zu werden. Verlässliche Informationen sind schwer zu bekommen, doch scheinbar hat das iranische Regime nun den Internetzugang im Iran völlig abgestellt und damit begonnen, die Proteste mit extremer Gewalt niederzuschlagen.
Teile der spärlichen, über soziale Medien aus dem Iran herausfließenden Informationen enthalten offene Hilferufe der dortigen Protestierenden nach der vermeintlich starken Hand Donald Trumps. Es ist davon auszugehen, dass diese Bilder nicht zufällig aus dem Iran hinausgelangen.
Iran zählt neben Venezuela und Russland zu den wichtigsten Erdöllieferanten Chinas. Darüber hinaus ist Iran die einzige Macht, die der absoluten Dominanz Israels im Nahen und Mittleren Osten im Wege steht. Die Beziehung zwischen Israel und den USA, und insbesondere zu Donald Trump, ist vielschichtig und würde den Rahmen hier sprengen. Vereinfacht gesagt: Israel verhält sich politisch und diplomatisch sehr geschickt, um die USA in einen Krieg mit Iran zu verwickeln, aus dem am Ende sehr wahrscheinlich sowohl die USA als auch Iran geschwächt hervorgehen werden, was die Position Israels in der Region zusätzlich stärken würde.
Für die USA ist jedoch der Kampf gegen den selbsterklärten Gegner China wichtiger, als den Aufstieg des Freundes Israels zu behindern.
Sowohl in Südamerika als auch im Mittleren Osten kämpfen die USA aggressiv und mit Gewalt gegen den Aufstieg Chinas. Doch wie ist die Situation in Europa?
Der große Freund Chinas in Europa ist Russland, und die große Bedrohung der USA hier ist, für viele vielleicht überraschend, Westeuropa.
China importiert große Mengen an Erdöl sowie zusätzliche Rohstoffe aus Russland. Die Schwächung Russlands durch den Ukrainekrieg ist auch eine Schwächung Chinas. Westeuropa hingegen verfügt über einen hohen Lebensstandard und hohe technologische Kompetenzen und ist damit ein möglicher, wenn auch sehr angeschlagener, Konkurrent für eine rein US-dominierte Weltordnung.
Indem die USA über Jahre mit Nachdruck darauf hingearbeitet haben, Westeuropa und Russland so tief in einen Krieg miteinander zu verwickeln, dass eine Annäherung nun für viele Jahre praktisch ausgeschlossen scheint, ist es ihnen gelungen, zwei oder gar drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Sowohl China als auch Russland sowie Westeuropa wurden nachhaltig geschwächt. Nun, da das zerstörerische „Werk“ vollbracht ist, ziehen sich die USA vornehm aus dem angerichteten Schlamassel in der Ukraine zurück, und da ihr perfider Plan so erfolgreich war, ist selbst der Anschein guter, freundschaftlicher Beziehungen zur Europäischen Union nun scheinbar nicht mehr wirklich nötig, und die USA drohen unverhohlen mit einer gewaltsamen Übernahme Grönlands.
Worum geht es Trump, worum geht es den USA also wirklich?
Es geht um die Erhaltung der alleinigen Weltmachtstellung um jeden Preis. Die Strategie ist simpel: Jede mögliche Bedrohung der eigenen Macht durch, wenn nötig auch rücksichtslose, Zerstörung unterbinden.
Auf absehbare Zeit wird sich diese Entwicklung leider wohl nur verstärken. Einen Silberstreifen am Horizont gibt es dennoch. Dieses Verhalten der USA offenbart in Wahrheit nämlich Hilflosigkeit, Angst und die Schwäche eines fallenden Imperiums.
Die Zeit seines Zerfalls wird eine Zeit großer Anstrengung und gleichzeitig großer Chancen. Die Veränderungen, die wir uns als Proutisten wünschen und auf die wir hinarbeiten, werden dann möglich.
Wir dürfen uns nur nicht unterkriegen lassen und müssen, bis es so weit ist, unsere eigenen Fähigkeiten und Stärken weiter und weiter aufbauen und entwickeln.
Wenn es so weit ist, sind wir bereit.
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