Wem gehört die Erde: Das gemeinsame Erbe der großen Familie
Am Rand vom Dorf liegt ein Feld.
Das hat niemand gebaut. Es war einfach da.
Später haben Menschen auf ein Papier geschrieben: „Das Feld gehört dem und dem.“
Und plötzlich dachten sie, man kann Erde besitzen.
Die gleiche Frage steckt überall drin. Wem gehört die Goldkette? Wem gehört das Geld in der Bank? Wem gehört die Wohnung, in der jemand wohnt?
Sogar: Wem gehören die Samen, aus denen Pflanzen wachsen? Wem gehören die Rezepte für Heilmittel? Wem gehört ein Code in einem Computerprogramm?
Wem gehört eigentlich die Erde?
Der Boden war da, bevor der Vertrag da war
Shrii P. R. Sarkar, der Begründer von PROUT, sagt es ohne Umweg.
Die Urstoffe können von Menschen nicht geschaffen werden, darum liegt das Eigentum bei der kosmischen Wesenheit und nicht bei Einzelnen.
Die Erde war schon lange da, bevor irgendwer einen Vertrag geschrieben hat.
Wir dürfen sie benutzen. Aber machen können wir sie nicht.
Gemacht wurde die Erde vom Schöpfer mithilfe seiner schöpferischen Kraft. Und zwar nicht für die Anhäufung durch Einzelne, sondern für die gerechte Nutzung durch alle.
Dieses Weltall ist unser gemeinsames Erbe. Wir sind eine universale Großfamilie, und Parama Puruśa, das kosmische Bewusstsein, ist der kosmische Vater.
Wie Mitglieder einer Großfamilie sollen wir nach dem Grundsatz leben: Leben und andere leben lassen.
Denk an eine Küche, in der genug Brot für alle da ist. Wäre es gerecht, wenn jemand hungrig bleibt, nur weil einer den Schrank zugeschlossen hat?
Boden und Gold sind Familienvermögen
Der Acker am Ortsrand lässt sich kaufen, verpachten und vererben. Herstellen lässt er sich nicht. Gold glänzt in der Kette, in der Bank und im Keller.
Und trotzdem hat es niemand erfunden. Es war einfach da.
Es soll eine vernünftige Aneignung und eine vernünftige Verteilung irdischen Guts geben, sonst werden Frieden und Ruhe der Gesellschaft gestört.
Wie viel darf sich einer nehmen? Das hängt davon ab, ob für die anderen noch genug übrig bleibt. Wenn ein paar Leute ganz viele Felder, Häuser und Goldstücke für sich allein haben, werden die Dinge für andere teurer. Das schürt Unmut und gesellschaftliche Spannungen.
Nehmen wir das Beispiel der Wohnung. Jemand zahlt Miete für Licht, Wärme und vier Wände. Jemand anders nennt dieselbe Fläche Eigentum und Ertragsquelle.
Nun lautet ein wichtiger Grundsatz in PROUT, der fortschrittlichen Nutzungstheorie:
Niemand darf irdischen Reichtum anhäufen ohne die klare Erlaubnis oder Zustimmung der Gesamtheit.
Eine Wohnung ist dazu da, Wohnraum zu bieten. Nicht, um durch den Besitz reich zu werden.
Wer viele Wohnungen anhäuft, Wohnpreise nach oben treibt und Mieter nur als Einkommensquelle ohne menschliche Würde ansieht, schadet der Gesellschaft.
Wie bei allem anderen gilt: Eigentümer einer Wohnung ist weder Mieter noch Vermieter, sondern die große Familie durch ihr gemeinsames kosmisches Erbe.
Nutzen, was da ist, und gerecht teilen
Die Erde gehört uns nicht, aber wir sollten sie nach besten Kräften nutzen.
Ein Feld soll etwas wachsen lassen. Bodenschätze sollten im Umlauf sein und den Menschen nützen.
Worauf es ankommt, ist die Absicht, das Wohl aller zu fördern. Nicht den eigenen Gewinn.
Wenn es den einzelnen Menschen gut geht, geht es allen besser. Und wenn es allen besser geht, geht es auch jedem einzelnen besser.
Diese Grundsätze gelten für materielle Ressourcen genauso wie für geistige Ideen.
Ein Schutzrecht auf Saatgut, Heilmittel oder ein Computerprogramm tut so, als sei eine Idee so knapp wie ein Acker.
Die irdische Welt ist begrenzt. Die Welt der Ideen ist unbeschränkt.
Gerade deshalb ist es widersinnig, Wissen künstlich zu verknappen.
Nicht das Haus schenken, die Kaufkraft heben
Wie können wir als große Familie das Mindestmaß für alle sichern, ohne die Menschen durch geschenkte Sozialleistungen träge zu machen?
Shrii P. R. Sarkar schreibt dazu:
Darum muss die Gesellschaft Vorkehrungen treffen, damit die Menschen im Tausch gegen ihre Arbeit nach ihrem Können das Geld verdienen können, das sie brauchen, um den Mindestbedarf zu kaufen.
Um das Mindestmaß der Menschen zu heben, ist der beste Weg, ihre Kaufkraft zu steigern.
Der Mindestbedarf ist kein Almosenwesen. Wer jedem ohne Gegenleistung Haus und Versorgung hinstellt, lähmt die Tatkraft.
Wer Arbeit, Preise und die Verteilung von Gütern so ordnet, dass das Mindestmaß ehrlich verdient wird und wächst, fördert die Entfaltung der gesamten Gesellschaft.
Die Nutzung und Ordnung unserer Güter kann sich allerdings je nach Umstände ändern:
Die Art der Nutzung muss sich mit Zeit, Ort und Person wandeln, und die Nutzung soll fortschrittlich sein.
Wenn 1959 ein Fahrrad ein Mindestmaß zur Beförderung war, braucht es 2026 eher ein Auto, gute Anbindung und bezahlbaren, leicht verfügbaren Treibstoff.
Das nenne ich im Sinne PROUTs fortschrittlich.
Die Erde bleibt Familie
Wem gehört die Erde? Dem kosmischen Vater, und uns als Kindern in einer Großfamilie.
Der Boden unter den Schuhen, das Gold in der Kette, die Wohnung im Mietvertrag und das Wissen im Schutzrecht sind Darlehen aus dem gemeinsamen Haushalt.
Wir dürfen sie benutzen. Wir dürfen sie nicht als Beute horten.
Shrii Sarkar schließt das letzte Kapitel seiner Sutras mit einem klaren Maßstab dafür:
Das ist die fortschrittliche Nutzungslehre, verkündet für das Glück und das allseitige Wohl aller.
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