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Wie Iran den Krieg gewinnen kann

Die Macht der USA beruht hauptsächlich auf drei Säulen:

1. Die globale Wirtschaftsordnung

Unsere moderne Weltwirtschaft ist fast schon ein Wunder, wenn auch ein fragiles. Hochkomplexe, globale Wertschöpfungsketten ermöglichen Menschen auf der ganzen Welt, ohne große Sorgen ein Mittelklasseleben zu führen. Der Zugang zu diesem System ist der US-Dollar. Wer ihn besitzt, kann beinahe immer und überall kaufen, was es zu erwerben gibt.

Die USA schützen diese Ordnung und garantieren so den Wert des Dollars als Weltreservewährung.

2. Militärische Überlegenheit

Kein anderes Militär ist so stark wie das der USA. Genaue Zahlen sind schwer zu bestimmen, doch die USA verfügen in mindestens 80 Ländern über mehr als 750 ausländische Militärstützpunkte. Kein anderes Land verfügt über annähernd so viele Auslandsbasen wie die USA. Weit abgeschlagen auf dem zweiten und dritten Platz liegen Großbritannien mit bis zu 145 Basen, gefolgt von der Türkei mit höchstens 130 Auslandsstützpunkten. Erst dann folgt Russland mit maximal 50 Militärbasen im Ausland.

Hinzu kommen die elf Flugzeugträger, die die USA in ständiger Bereitschaft unterhalten. Dabei handelt es sich um bewegliche Basen, die jederzeit und kurzfristig auf der ganzen Welt eingesetzt werden können. Mit seinen drei Flugzeugträgern ist China das Land mit der zweitgrößten Anzahl an Flugzeugträgern.

Die militärische Macht der USA wirkt daher beinahe unbezwingbar.

3. Ansehen und Reputation

Seit Ende des Zweiten Weltkrieges und später dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben die USA den Ruf, eine zwar harte, aber weitgehend gerechte Großmacht zu sein. Sie setzen internationale Regeln durch, an die sie sich auch selbst halten.

Zwar hat das nie wirklich gestimmt, doch den USA gelang es, den Schein durch gelegentliche eigene Zurückhaltung sowie die umfassende Kontrolle von Massenmedien aufrechtzuerhalten.

Ihr Ruf als gerechte Großmacht machte die USA zu einem begehrten und verlässlichen Bündnispartner, durch den andere Nationen selbst zu Wohlstand gelangen konnten.

 

Iran kann den Krieg nur gewinnen, indem es diese drei Säulen – und damit den Großmachtstatus der USA selbst – zum Einsturz bringt. Jeder andere Frieden ist für Iran nicht mehr wert als ein längerer Waffenstillstand, da die USA bereits seit Jahrzehnten nicht davon ablassen, Iran entweder zu kontrollieren oder zu zerschlagen.

Iran muss daher den Großmachtstatus der USA beenden und sie zwingen, sich zumindest aus dem Mittleren Osten zurückzuziehen.

Um dieses Ziel zu erreichen, führt Iran einen Krieg auf drei Fronten.

Erdöl und Erdgas sind das Blut und der Sauerstoff der Weltwirtschaft. Mit der Straße von Hormus kontrolliert Iran genug dieser lebenswichtigen Rohstoffe, um das Überleben der Weltwirtschaft selbst zu gefährden. So will Iran die erste Säule zum Einsturz bringen.

Die zweite Säule attackiert Iran durch seine jahrelang vorbereitete asymmetrische Kriegsstrategie. Militärbasen sind große, unbewegliche und gegen Raketen- und Drohnenangriffe kaum verteidigbare Einheiten. Ähnliches gilt für Flugzeugträger, sobald sie nahe genug am Geschehen stationiert sind, um eingreifen zu können.

Nach meinem Kenntnisstand hat Iran nun alle US-Militärbasen im Mittleren Osten entweder zerstört oder sie wurden von den USA evakuiert. Der größte Flugzeugträger der USA, die USS Gerald Ford, der gegen Iran eingesetzt wurde, musste laut offiziellen Angaben des US-Militärs abdrehen, weil ein Feuer in der Wäscherei des Schiffes ausbrach. Der Schaden soll so groß sein, dass das teuerste und vermeintlich mächtigste Kriegsgerät der Welt für mindestens ein Jahr außer Gefecht gesetzt wurde.

Iran behauptet, den Flugzeugträger mit Raketen beschossen und stark beschädigt zu haben. Diese Erklärung scheint wesentlich schlüssiger.

Das scheinbar unbezwingbare US-Militär scheint nun doch bezwingbar zu sein. Die zweite Säule wackelt.

Die dritte Säule ist für Iran vielleicht am schwersten zu brechen. Wenn ich zum Beispiel in der Berliner U-Bahn unterwegs bin oder sonst irgendwo die Berichterstattung zu diesem Krieg in den Massenmedien betrachte, wird mir stets deutlich, wie verzerrt, unvollständig und interessengesteuert die Berichterstattung zum Iran-Krieg ist.

Auch auf sozialen Plattformen wie X (Twitter) werden bestimmte Inhalte massiv unterdrückt. So wurde beispielsweise allen Regierungsmitgliedern des Iran das für Regierungsvertreter übliche graue Symbol neben deren Namen entfernt, das die Echtheit der entsprechenden Accounts bestätigt, und damit deren Reichweite und Glaubwürdigkeit eingeschränkt.

Doch wenn man gezielt sucht, kann man in den sozialen Medien – oder zumindest auf X – auch Gegendarstellungen finden.

Zwar finden diese Gegendarstellungen in den Mainstream-Medien kaum Gehör, dennoch erhalten sie immer mehr öffentliche Aufmerksamkeit. Trotz großer Bemühungen der Eliten finden alternative Informationen immer größere Verbreitung.

Hinzu kommt, dass die Weltöffentlichkeit vom Verhalten hauptsächlich Israels, aber auch dem der USA, in Gaza bestürzt ist und diesen Terror gegen andere Bevölkerungen in weiten Teilen ablehnt. Iran hingegen wird vielfach als Verteidiger auch der Menschen in Gaza wahrgenommen.

Zwar gibt es noch weitere Punkte, in denen der Iran die dritte Säule der US-amerikanischen Macht beschädigt, doch ich möchte mich hier darauf beschränken, einen unerwarteten Verbündeten Irans in dieser Angelegenheit hervorzuheben: den amerikanischen Präsidenten Donald Trump selbst, dessen aggressive und teils wirre öffentliche Aussagen das Vertrauen in die USA zusätzlich untergraben.

Langfristige Folgen von Irans Strategie

Derzeit sieht es so aus, als würde die Strategie Irans aufgehen, und je länger der Krieg anhält, desto mehr werden der Mythos von der Unbesiegbarkeit der USA und der wirtschaftlichen Stabilität, die sie versprechen, gebrochen.

Kurz gesagt gewinnt Iran diesen Krieg einfach, indem es nicht verliert. Indem Iran durchhält, verbessert sich dessen Position immer weiter, und Iran hat sich jahrzehntelang darauf vorbereitet, durchzuhalten.

Von einem schnellen Ende ist daher nicht auszugehen, und die wirtschaftlichen Folgen werden wahrscheinlich uns alle betreffen.

Dennoch gibt es Grund zur Hoffnung, wie unser Autor Amritesha vorgestern bereits aufgezeigt hat.

Jede Krise beginnt mit einem Schock, der ein bestehendes Gleichgewicht destabilisiert, und endet, wenn ein neues, stabiles Gleichgewicht erreicht wird. Für uns ist jetzt wichtig, möglichst stark aus der Phase des Wandels hervorzugehen, um das kommende Gleichgewicht durch Spiritualität zu prägen.

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