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Eine Diskussion zwischen Markus Lanz und Richard David Precht

Vor kurzem bin ich auf eine Podcastfolge von „Lanz & Precht“ gestoßen, in der der Fernsehmoderator Lanz mit dem Philosophen und Autor Precht über die Impfpflicht und die Corona-Politik spricht. Ich war angetan von der Klarheit, mit der insbesondere Precht seine Argumente formulierte. Im Folgenden möchte ich die wichtigsten Gedanken skizzieren. Die ganze Folge ist am Ende des Artikels verlinkt.

  • Die alte Begründung für die Maßnahmen, die Schwachen und Vulnerablen zu schützen, fällt mit der weitreichenden Verfügbarkeit der Impfstoffe weg.

  • Es kann nicht darum gehen, alle Menschen zum Impfen zu bewegen, nur um eine Statistik aufzuwerten. Moralischer Druck ist niemals gerechtfertigt. Ein Beispiel war der öffentliche Druck zum Impfen auf den Fußballspieler Joshua Kimmich, was Anlass zur Folge bot.

  • Die Entscheidung für oder gegen das Impfen muss eine individuelle Abwägung bleiben; gesellschaftlicher und staatlicher Druck ist völlig unangebracht bei dieser sensiblen Entscheidung.

  • Eine Impfpflicht ist nicht mit einer Maskenpflicht vergleichbar.

  • Es ist nicht Aufgabe des Staates, jedermanns Gesundheitsrisiko (bezogen auf CoViD) vollkommen auszuschließen.

  • Während der heftigen Grippewelle 2018/2019 (etwa 25.000 Tote) hat der Staat keinerlei Maßnahmen ergriffen.

  • Es gibt keine wissenschaftliche Expertise bei (Corona-)Impfungen für Kinder. Dafür impfen wir noch nicht lange genug, um Langzeitwirkungen abzuschätzen.

  • Daher steht die Wahl zwischen zwei unbekannten Risiken: Folgen von CoViD und Folgen der Impfung.

  • Die mRNA-Impfstoffe arbeiten mit Gentechnik. Von diesen Impfstoffen gibt es keine einzige Langzeitstudie, da diese bis dato noch nie eingesetzt wurden.

  • Bei Kindern ist es unklar, was ein Eingriff in ein sich aufbauendes Immunsystem langfristig bewirkt.

  • Precht habe sich für diverse Tropenexkursionen vielfach impfen lassen ohne Probleme. Erst die zweite Coronaimpfung habe ihn unmittelbar darauf umgehauen.

  • Precht berichtet aus seinem persönlichen Bekanntenkreis: ein kerngesunder Mensch bricht nach der Impfung zusammen und landet auf der Intensivstation. Das Krankenhaus zögert lange, diesen Fall an das PEI zu melden im Zusammenhang mit der Impfung.

  • Zwischen pauschalem Ablehnen und pauschaler Befürwortung von Impfen braucht es Grautöne in der Debatte.

  • Im Fall Kimmich hat sich der Regierungssprecher selbst mit einem Hinweis auf Kimmichs „Vorbildfunktion“ geäußert – dies sei aber nicht die Aufgabe oder Angelegenheit der Regierung.

  • Es gibt keine Beweise, die die Gefährlichkeit von CoViD für Kinder nachweisen können, die eine allgemeine Impfpflicht für Kinder rechtfertigen könnten.

  • Es kann nicht sein, dass Kinder instrumentalisiert werden, um die Impfstatistik aufzuwerten.

  • Die Abstands- und Maskenpflicht für Kinder ist eine Zumutung. Erstens, da die Kinder sich nicht wehren können. Zweitens, weil die meisten Erwachsenen diese Vorgaben selbst nicht einhalten (etwa Abstand am Frankfurter Flughafen oder maskenfreie Politiker im Bundestag).

  • Als Beispiel für allgemeine politische Verdruckstheit: Die politische Sprache wurde etwa während des Afghanistankonflikts verbrämt (mit Euphemismen wie„wir engagieren uns“, „Luftschläge“ statt „Bombardements“, „Verantwortung übernehmen“, etc.). Ebenso wurde auch im Kontext der Coronapolitik oftmals nicht klar kommuniziert.

  • Anfangs war das Ziel, die Vulnerablen durch ein Impfangebot zu schützen. Mit der Erreichung dieses Ziels lassen sich die Maßnahmen nicht mehr in dieser Form rechtfertigen. Was nun passiert, ist eine unmerkliche Verschiebung der Demarkationslinie.

  • Führungsstärke geht einher mit sehr klaren politischen Zielen. In dieser Hinsicht schätzt Precht Merkel und Scholz als nicht führungsstark ein.

Hier ist der Link zum Podcast. Die oben skizzierte Diskussion beginnt etwa bei Minute neun.

https://lanz-precht.podigee.io/10-ausgabe-neun

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