Gibt es die Seele wirklich?

Gibt es die Seele wirklich?

Gibt es in unserem täglichen Erleben etwas, das beiden Anforderungen erfüllt? Unsere Umwelt verändert sich pausenlos. Vom winzigen Elektron bis zur mächtigen Milchstraße befindet sich alles in pausenloser Bewegung. Nichts steht jemals still. Und irgendwann, wenn die Veränderung weit fortgeschritten ist, hört die ursprüngliche Sache auf zu existieren und hat sich in etwas anderes verwandelt. Von Etwas, an dem sich alles Verändert hat, kann man schließlich nicht sagen, dass es noch das Gleiche ist, wie das, was es einmal war.

Wir sehen also: In der physischen Welt gibt es nichts, das ewig besteht. Man kann seine Füße niemals zweimal in den selben Fluss setzen. Und weil es nichts ewiges in der materiellen Welt gibt, kann sie nicht der Ursprung einer unsterblichen Seele sein. Die Seele, wenn es sie gibt, kann also nichts materielles sein und sie mit physischen Messgeräten aufzuspüren zu wollen ist hoffnungslos.

Aber finden wir die Seele stattdessen vielleicht woanders, in unserer inneren Welt? Ist sie ein Phänomen unserer Gedanken und Gefühle, ein mentales Phänomen, ein Phänomen unseres Geistes? Gibt es dort, in unserer Psyche, etwas ewiges?

Auch unsere innere Welt steht niemals still. Pausenlos kommen neue Gedanken und Gefühle auf und verschwinden wieder. Gedanken wie “Ich muss dieses oder jenes erledigen”, “Ich bekomme langsam Hunger, was möchte ich Essen?”, “Das Treffen mit meiner Familie gestern war wirklich schön, das sollten wir bald wiederholen” fließen unentwegt durch unseren Geist und münden häufig im Nichts. Ähnlich ist es mit unseren Emotionen. Gefühle wie Liebe, Neid, Wut, Zuneigung oder Freude kommen und gehen.

Selbst langfristige mentale Erscheinungen wie Persönlichkeitsmerkmale oder Lebensziele ändern sich, wenn auch langsamer, nicht so häufig und oft weniger stark. Vergleichen wir die Ansichten und das Verhalten eines Kindes zwanzig Jahre später mit den Ansichten und dem Verhalten der gleichen Person, die dann erwachsen ist, bemerken wir sofort große Veränderungen. Doch nicht nur während unserer Entwicklung hin zum Erwachsensein verändert sich unsere Persönlichkeit. Wir entwickeln uns fortlaufend weiter, sammeln neue Erfahrungen und unsere Bedürfnisse wandeln sich.

Genau wie die materielle Welt, wandelt sich auch unsere innere, geistige Welt unentwegt. Unsere Psyche ist ständig in Bewegung und durchläuft einen Prozess beständiger Veränderung. Etwas ewiges, etwas unsterbliches – die Seele – kann daher auch kein mentales Phänomen sein. Ihr Ursprung kann nicht psychischer Natur sein.

Wenn die unsterbliche Seele weder der äußeren, physischen, noch der inneren, psychischen Welt entspringen kann, weil in beiden Welten nichts ewiges existiert, was bleibt dann noch übrig?

Eines bleibt. Es gibt etwas, eine Art Fähigkeit, die gleichzeitig viel mehr als eine gewöhnliche Fähigkeit ist und die jeder von uns Besitzt. Sie ist uns so nah, das wir sie selten bemerken und doch könnten wir ohne sie nicht existieren. Obwohl nichts um uns herum still steht, obwohl sich alles ständig verändert, gibt es Eines, das gleich bleibt. Es ist die Gewissheit, das wir existieren und dass wir wir sind.

Im laufe von 10 oder 20 Jahren verändert sich so vieles, ja fast alles. Die Zellen unseres Körpers werden vollständig durch neue Zellen Ersetzt. Unser Umfeld, unsere Wünsche, unsere Ansichten, so vieles davon verändert sich. Trotzdem wissen wir von unseren frühsten Kindheitstagen bis zu unserem Lebensabend, dass wir existieren. Die Kraft dahinter ist unser Bewusstsein.

Unser Bewusstsein ist die Kraft, die alle Aspekte unseres Lebens durchzieht und wie ein feiner Faden all unsere Gedanken, Gefühle, Wahrnehmungen und Erlebnisse miteinander Verknüpft und so das Gefühl einer kontinuierlichen und zusammenhängenden Existenz schafft.

Unser Bewusstsein begleitet uns unser gesamtes Leben und da es immer dafür sorgt, dass wir wissen, dass wir existieren, macht es immer das gleiche und besitzt damit einen unveränderlichen Kern.
Unser Bewusstsein existiert solange wir denken können und bleibt dabei in gewisser Weise immer gleich, immer das selbe Wesen, immer die gleiche Einheit. Bewusstsein ist unveränderlich und damit ewig. Damit erfüllt es die erste Eigenschaft, die eine unsterbliche Seele haben muss.

Hinzu kommt, dass jeder ein Bewusstsein hat. Damit sind die beiden wesentlichen Kriterien an eine unsterbliche Seele erfüllt. Bewusstsein ist demnach ein guter Kandidat für unsere unsterbliche Seele. Eine Frage bleibt jedoch noch: Stirbt unser Bewusstsein, wenn wir sterben? Das wäre nicht ideal.

Um diese Frage zu klären müssen wir uns die Eigenschaften von Bewusstsein etwas genauer ansehen. Wir wissen bereits, dass Bewusstsein eine Art Fähigkeit mit unveränderlichen Eigenschaften ist. Eine dieser Eigenschaften ist, dass es uns unser gesamtes Leben und überall wo wir sind unseren Sinn für Identität gibt. Es gibt uns die Gewissheit, dass wir existieren und zwar pausenlos und überall, unabhängig von Ort und Zeit. Bewusstsein steht also über Ort und Zeit.

Hinzu kommt, dass jeder über Bewusstsein verfügt und es jedem diesen Sinn von Identität verschafft. Bewusstsein hat also Eigenschaften, die unabhängig davon existieren, welcher Person es im spezifischen Fall die Gewissheit über ihre Existenz verleiht. Damit ist Bewusstsein auch unabhängig von Personen. Es ist immer gleich, oder besitzt zumindest einen immer gleichen Kern, ganz egal um welche Person es sich handelt. Bewusstsein steht damit auch über persönlichen Ansichten oder Erfahrungen.
Bewusstsein existiert unbeeinflusst von den drei relativen Faktoren Ort, Zeit und Person. Wenn es unabhängig von einzelnen Personen existiert, wieso sollte es dann aufhören zu existieren, wenn einzelne Personen aufhören zu existieren?Bewusstsein ist nicht an einzelne Personen gebunden und überdauert daher auch den Tod.

Bewusstsein ist also unsterblich und jeder verfügt über Bewusstsein. Damit erfüllt Bewusstsein die beiden wesentlichen Merkmale einer unsterblichen Seele und wir können sagen: Ja, die unsterbliche Seele existiert in Form unseres reinen Bewusstseins. Sie ist damit kein Mythos, sondern eine für alle Menschen erfahrbare Realität. Sie ist der Ursprung unserer Existenz, unser Wesenskern der uns immer begleitet. Sie verleiht Moment Substanz und jeder kann lernen, das zu erfahren.

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