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Eine wirksame Methode, die mir hilft, mit schlechten Angewohnheiten umzugehen.

Du kennst das bestimmt: Etwas wichtiges steht an, eine Abgabe, ein Telefonat, ein Einkauf, Badputz, was auch immer. Aber dir fehlt die Lust dazu und die unliebsame Aufgabe wird immer weiter aufgeschoben, bis sie sich so sehr aufdrängt, dass kein Weg mehr daran vorbei führt, sich ihrer anzunehmen.

Doch die Gewohnheit des Aufschiebens lässt sich auch nutzen.

Bei schlechten Gewohnheiten oder Tendenzen, die deine persönliche Entwicklung hemmen, kann das Aufschieben einer Handlung bewusst eingesetzt werden, um der Gewohnheit entgegenzuwirken.

Ein einfaches Beispiel wäre, wenn ich gern Süßigkeiten esse. Ich merke irgendwann, dass sie mir nicht gut tun und möchte eigentlich damit aufhören oder zumindest weniger davon essen. Doch meine Gedankenmuster sind so stark, dass ich beim Anblick von etwas Süßem oder auch nur beim Gedanken daran eine unwiderstehliche Lust danach verspüre.

Wie kann ich nun damit umgehen?

Nutze eine wohlwollende und kluge Vorgehensweise.

Hilfreich ist es nun, wenn ich wohlwollend mit mir umgehe. Selbstvorwürfe und Schuldgedanken schwächen und hindern mich nur. Besser ist, ich erkenne das Verlangen wohlwollend an als das, was es ist.

Als nächsten Schritt gehe ich überlegt vor. Es gibt im Werk „die Kunst des Krieges“ von Sun Tsu eine Empfehlung: Wenn du einen unterlegenen Feind besiegen möchtest, so kreise ihn nicht ein.

Der Grund für diese Empfehlung lautet, dass das kleinere Heer nun merkt, dass sein Verderben bevorsteht und es nur zwei Optionen gibt: Mit aller Entschlossenheit um das Überleben kämpfen oder sterben. Diese mentale Stärke kann leicht dazu führen, dass auch ein zahlenmäßig weit unterlegener Gegner dennoch obsiegt oder zumindest den Kampf sehr erschwert.

Daher wird in dieser Analogie geraten, einen kleinen Fluchtweg offen zu lassen. Dieser lässt zu, dass im Geist des Gegners eine Schwäche entsteht: die des Weglaufens.

Ähnlich verhält es sich mit den Tendenzen unseres Geistes: Wenn wir versuchen, sie zu unterdrücken, werden sie stärker. Aber wir können geschickt vorgehen, indem wir einem Verlangen nicht sofort nachgehen, sondern es ganz einfach verschieben.

Ich kann mir etwa sagen, um bei dem Beispiel der Süßigkeiten zu bleiben:

Es ist Ordnung, dass ich das Verlangen verspüre. Ich erkenne es an. Ich werde mir die Süßigkeiten nicht verwehren. Aber jetzt werde ich keine nehmen, sondern erst später (etwa am Wochenende). So wird der Geist beruhigt und mir ist es gelungen, eine gewisse Selbstkontrolle zu üben.

Ich kann diese Methode auch fortsetzen, wenn das Verlangen wiederkommt, z.B. am Wochenende, für das ich mir die Süßigkeiten zugesagt hatte: Es ist in Ordnung, dass dieser Wunsch wieder auftaucht. Gerade passt es mir allerdings nicht. Lass mich noch eine Woche warten und dann kann ich gerne etwas Süßes essen.

Auf diese Weise vergrößere ich allmählich die bewusste Kontrolle über meine Gewohnheiten und wende die – ich möchte sagen die Technik des – Verzögerns auf produktive Weise an.

Ich gebe meinem Geist ein Ventil.

So wie mit einem Ballon, bei dem ich langsam die Luft herausdrücke, anstatt ihn zuzuknoten und zu versuchen, ihn zum Platzen zu bringen.

Auf diese Weise verringere ich diejenigen Gedanken- und Handlungsmuster, die ich als störend oder unnötig empfinde – und bewahre dabei meine Ausgeglichenheit, sowie einen gewissen Humor im Tanz mit meinem eigenen Geist und all seinen Eigenheiten.

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