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Lied der Entschlossenheit.

Wenn der Rhythmus im Leben verloren geht; wenn der Optimismus für die Zukunft und der innere Antrieb versiegen, woher können wir neue Inspiration ziehen?

Eine wundervolle hierzu Möglichkeit ist die Nutzung von ästhetischen Zugängen wie bildende Kunst, Dichtung oder Musik. In ihnen können innere psychische Vorgänge oft noch vollständiger und tiefer ausgedrückt werden als das auf der rein intellektuellen Ebene möglich ist.

 

Ich möchte heute ein Lied des indischen Philosophen Shrii P.R. Sarkar vorstellen, der neben seinen zahlreichen Büchern und Diskursen auch über 5000 Lieder verfasst hat. Diese Sammlung wird auch „Prabhat Samgiit“ genannt.

Es handelt sich um das 342te Lied der Sammlung und beginnt mit dem Vers „Sumukher Pane“, was so viel heißt wie „Geradeaus“. Es ist wie die meisten Lieder des Prabhat Samgiit in bengalischer Sprache geschrieben und hat eine spirituelle Ausrichtung.

 

Der Text des Liedes:

Sumukher páne cale jábo ámi

Tomári námt́i sáthe niye

Carańa t́alibe ná go ámár

Hiyá kápibe ná káro bhaye

Bhúdhare ságare ei carácare

Keha ná páribe bádhá dite more

Je káj karite esechi karibo

Sudrŕha átmapratyaye

Je din caliyá giyáche ámár

Táhá niye karibo ná háhákár

Je din ásiche táhára lágiyá

Bhugibo ná kona saḿshaye

Geradeaus werde ich gehen,

und deinen Namen mit mir nehmen.

Meine Füße werden nicht wanken;

Mein Herz wird nicht vor Angst zittern.

In dieser Welt, vom Berg bis zum Meer,

kann mich nichts hindern

die Arbeit zu tun, für die ich gekommen bin

Mit festem Selbstvertrauen und Eifer.

Meine Tage, vergangen und vergehend,

Ich trauere nicht um sie.

Um der Tage willen, die da kommen

werde ich keine Ungewissheit ertragen.

 

Das zentrale Thema ist feste Entschlossenheit. Das lyrische Ich ist fest verankert in der Ausrichtung auf das Göttliche, indem es an seinen Namen („Tomári námthi“) denkt. Dadurch ist frei von Angst und Zweifeln.


In der zweiten Strophe geht es um die Überwindung aller Hindernisse. Hierfür wird das Bild von großen Bergen und weiten Meeren gezeichnet, die in der physischen Welt ein Hindernis darstellen können. Durch diese Metapher wird ausgedrückt, dass auch wenn der Weg noch so steil und unwegsam sein mag, dies kein Grund ist, aufzugeben. Stattdessen werden Hindernisse freudig als Herausforderung bejaht.

In der dritten Strophe geht es um die Konzentration auf das Hier und Jetzt. Die Aussage: Vergangenes („Je din caliyá giyáche ámár) lasse ich hinter mir und schüttele alten Ballast ab. Und auch um morgen mache ich mir keine Sorgen („Bhugibo ná kona saḿshay“). Denn was da auf mich zukommt, liegt nicht in meiner Hand. Stattdessen fokussiere ich mich auf das, was ich jetzt, im hier und heute konkret tun kann.

Das Lied hat eine sehr starke motivierende Wirkung. Es fordert uns auf, mit Aufrichtigkeit weiter unseren Weg zu gehen, uns weiter zu entwickeln, weiter nach der Wahrheit zu streben. Egal, ob wir Schmeren, Zweifel oder Ängste erleiden mögen. Denn kein Problem kann letztlich größer sein als unsere Kapazität, es zu lösen. Die Kraft dieser Gewissheit kann uns dieses Lied („Sumukher Pane“) geben, wenn wir es hören, oder noch besser, selbst mitsingen.

Einen Link zu einer Aufnahme (mit englischen Untertiteln) gibt es hier:

https://www.youtube.com/watch?v=dYMPAjzsaL0

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