Gott und Leid

Gott. Reines Bewusstsein. Das Absolute hinter allem Relativen. Wie auch immer man das Unendliche sehen möge, die Suche danach ist vom immer gleichen Verlangen geprägt:

Freiheit von Leid.

Ein wohlwollender, barmherziger und allmächtiger Gott, der uns tatkräftig unterstützt. Solch einen Gott wollen wir, solch einen Gott brauchen wir. Ein anderer wäre von wenig praktischem Wert für uns.

Und dennoch leiden wir. Eine nicht enden wollende Abfolge von unangenehmen Ereignissen hält uns beinahe pausenlos in Atem. Wenn es diesen wohlwollenden und allmächtigen Gott gibt, warum tut er uns das an?

So hässlich die Gewänder auch sein mögen, in denen sich das Leben uns zeigt, hinter allem steckt letztendlich der gütige Lord. Wie ein sorgsamer Vater, der seinen sich schädlich verhaltenden Sohn behutsam aber bestimmt tadelt um Schaden von ihm und anderen abzuwenden, so nutzt auch unser aller Vater den Mechanismus unangenehmer Erfahrungen aus, um uns zu zeigen, was uns schadet.

Essen wir ungesund bekommen wir Bauchweh damit wir anfangen uns gesund zu ernähren. Winden wir uns unter den Qualen eines gebrochenen Herzens dann nur, weil wir lernen müssen, unsere Liebe nicht leichtfertig zu verschenken.

Doch warum lernen wir dann nicht? Warum reicht ein gebrochenes Herz nicht aus, warum essen wir wieder und wieder Dinge, die uns Schaden?

Die Antwort ist auch bei dem zu finden, was uns menschlich macht. Anders als Tiere verfügen wir über die Fähigkeit, unser Verhalten weit in die Zukunft zu projizieren. Wir verfügen über Vorstellungsvermögen. Nutzen wir es, können wir die Folgen unserer Handlungen absehen.

Doch allzu oft nutzen wir es nicht. Auf der Jagd nach dem nächsten Kick geben wir uns kurzfristigen, oberflächlichen Freuden hin. Häufig wohl wissend und geflissentlich ignorierend, was wir uns damit einhandeln.

Es ist nicht, dass wir nicht lernen, sondern, dass wir dem Gelernten oft nicht folgen wollen. Wir entscheiden uns für den schnellen Kick über den langfristigen Erfolg. In gewisser Weise entscheiden wir uns für den Affen in uns und gegen das, was uns menschlich macht.

Daraus können wir jedoch nicht ableiten, dass es Gott nicht gibt und auch nicht, dass er uns nicht liebt. In seiner unbeschreiblichen Güte hat er uns mit der Fähigkeit ausgestattet, frei zu entscheiden. Er segnet uns – als wahrscheinlich einzige Spezies auf der Erde – mit einem freien Willen.

Und mehr noch: Wenn wir diesen freien Willen auf eine Weise nutzen, die uns von unserer menschlichen Natur entfernt und unser animalisches Erbe stärkt, zeigt er uns unseren Irrweg auf, indem er uns mit Konsequenzen beschenkt.

Nutzen wir unser göttliches Geschenk – unseren freien Willen – nun dafür, uns willentlich der Grobheit zu widmen, statt unseren feineren Erkenntnissen zu folgen, können wir dann wirklich behaupten, Gott würde uns nicht lieben?

Entscheidet sich der Sohn für die schiefe Bahn sind dem Vater die Hände gebunden. Er muss das Schauspiel gewähren lassen. Ein wahrhaft liebender Vater wird jedoch nicht müde werden, seinem abtrünnigen Sohn bei jeder Gelegenheit dessen Handlungen Früchte vor Augen zu führen.

Gleichsam wacht der kosmische Vater mit eiserner Geduld über seine Schützlinge – über uns. Er wird nicht müde werden uns wissen zu lassen, wenn wir dem evolutionären Pfad zu wieder laufen – vielleicht hin zu unseren Wurzeln, jedoch sicherlich weg von unserem Ziel.

Verinnerliche diese Wahrheit. Erkenne hinter allem die Hand des höchsten Wohlwollens und du wirst dich nie wieder fürchten müssen.

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