3 Farben

Drei Farben, mehr nicht. Drei Farben reichen aus um zu verstehen, zu verstehen was unser Leben aus macht. Weiss, Rot und Schwarz.

Teilen wir die Welt auf in das, was uns in diesem Moment bewusst ist, und das, was ausserhalb unseres Bewusstseins liegt.

Gerade jetzt, beim lesen dieser Zeilen, solltest du sowohl die Gestalt, also Form und Farbe, dieser Sätze wahrnehmen, als auch den flüsternden Klang deiner inneren Stimme, die dir diese Sätze vorließt. Beides notwendig um zu verstehen, was wir lesen.

Alleine den bildartigen Symbolkaskaden, die wir Buchstaben, Wörter und Sätze nennen, zu folgen reicht nicht aus. Wenn du Sätze eines Buches schon einmal ein zweites mal “lesen” musstest, ohne dich an den Inhalt dessen, was du gerade “gelesen” – eigentlich eher “gesehen” – hast, erinnern zu können, weisst du wie wichtig es ist, beim Lesen konzentriert zu bleiben.

Um einen Text zu verstehen reicht es nicht aus nur seine visuelle Gestalt ins Lichte unseres Bewusstsein zu rücken, nein. Wir müssen uns dem Text ganz widmen.

Wo Licht ist, ist es hell. Nichts ist heller als Weiss. Das, was uns gerade klar erscheint ist weiss. Weiss, so weiß es die Physik, ist nichts anderes als eine Überlagerung aller Farben. Alle Farben gleichzeitig zu sehen, heisst weiss zu sehen. Wenn man alles sieht, was ist, sieht man weiss.

Wo kein Licht ist, sehen wir nicht, was dort tatsächlich ist. Dort ist es dunkel, es ist schwarz. Schwarz ist die Abwesenheit von Licht. Schwarz ist die Farbe der Leere.

Nun gibt es in der Welt nicht nur schwarz und weiss, sondern auch alles dazwischen.

Lesen wir einen Text ist gerade immer genau ein Wort weiss. Es befindet sich für den Bruchteil einer Sekunde im Zentrum unserer Aufmerksamkeit.

Die Worte, die um dieses Wort herum angeordnet sind, sind nicht anwesend aber abwesend sind sie auch nicht. Im bild der Farben gesprochen können wir sagen, dass ein zuvor gelesenes Wort gerade weiss war und beginnt schwarz zu werden, während das kommende Wort nichtmehr ganz schwarz aber auch noch nicht weiss ist. Das Wort ist noch unklar, aber es ist da.

Diese Dinge, die da – aber unklar – sind, sind rot. Rot wie das Feuer, das unsere Welt gleichsam verzehrt, wie es sie erhellt.

Zwischen schwarz und weiss, zwischen vorhanden und abhanden, zwischen Empfindung und Ignoranz lodert das Feuer der Umwandlung des Einen in das Andere und umgekehrt. Dort ist es rot.

Weiss, Rot und Schwarz – die Farben unserer Welt. Blicken wir durch die Brille der Dreifarbigkeit auf unsere Welt, scheint das Ziel hinter allen Zielen allmählich hervor. Das Ziel ist das Licht selbst. Es repräsentiert die süße nähe der vertrauten Klarheit unseres eigensten Bewusstseins.

Furchtlos und mutig alles im Glanze unseres Bewusstseins –  unserer Seele, erstrahlen zu lassen, die ganze Welt so nah uns heran zu holen, dass wir in freudiger Ekstase mit ihr verschmelzen. Unser Dasein kennt keine größere Freude.

Indem wir alles ins Lichte unseres Bewusstseins rücken, können wir all die Chimären scheinbarer Bedrohungen, die in der Dunkelheit lauern als das entlarven, was sie sind – Illusionen, deren zerstörerisches Potential nicht größer ist, als jenes, das wir ihnen zubilligen.

Der Weg des Menschen führt von schwarz über rot zu weiss. Nehmen wir ihn an, erlangen wir alles, was wir brauchen: Beständige Glückseligkeit.

Was dich auch interessieren könnte

Translate »