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Namibia, Deutschland und der Freiwilligendienst eines angehenden Lehrers.

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Namibia und Deutschland

Namibia wurde erst im März 1990 ein unabhängiger Staat. Es liegt im Südwesten des afrikanischen Kontinents an der Atlantikküste. Das Land ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland und mit etwa 2,5 Millionen Einwohnern sehr dünn besiedelt.

Ein großer Teil des heutigen namibischen Staatsterritoriums war die erste deutsche Kolonie.

Der Bremer Kaufmann Franz Adolf Lüderitz kaufte 1883 unter zweifelhaften Umständen Land im Südwesten des heutigen Namibia von den dort ansässigen Nama.

Im August 1884 erklärte das Deutsche Kaiserreich dieses Gebiet zum “Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika“. Die Kolonie wurde in den Folgejahren erweitert und umfasste ab 1890 das gesamte Gebiet des heutigen Staates Namibia. Die Kolonialherren etablierten ein rassistisches System, in dem Deutsche die Oberschicht bildeten. Die teils enteigneten Afrikaner wurden unterdrückt.

Wiederholt erhoben sich in den Folgejahren die auf dem kolonialisierten Gebiet ansässigen Volksgruppen der Herero und Nama. Ihre Aufstände wurden gewaltsam niedergeschlagen. Die deutschen Truppen reagierten auf Widerstand mit extremer Härte und Brutalität. Sie schossen auf die Menschen, riegelten Wasserstellen ab, vergifteten Brunnen und vernichteten Nahrungsmittel.

Schätzungen zufolge, starben bis zu 80.000 Herero sowie mindestens 10.000 Nama. Historiker bewerten diesen Vernichtungskrieg heute mehrheitlich als ersten Genozid des 20. Jahrhunderts.

Das Ende des Ersten Weltkrieges bedeutete auch das formale Ende des deutschen Kolonialreichs. Danach folgte allerdings nicht die Freiheit für die Einwohner Namibias, sondern die Verwaltung durch Südafrika mit Homeland-Politik und dem Apartheid-System.

Verhandlungen zwischen Deutschland und Namibia

Eine der größten Herausforderungen für Namibia stellt nach wie vor die Umverteilung des seit der Kolonialzeit in wenigen Händen konzentrierten Landbesitzes dar. Auch mehr als 100 Jahre nach der deutschen Kolonialherrschaft sind Fragen nach Entschädigungen für vergangenes Unrecht nicht abschließend geklärt.

Die deutsche Bundesregierung hat den Völkermord nach jahrelangen Verhandlungen zwar im Mai 2021 anerkannt und will um Vergebung bitten. Sie lehnt Reparationszahlungen allerdings ausdrücklich ab. Deutschland will sich auf die Zahlung von 1,1 Milliarden Euro zum “Wiederaufbau und zur Entwicklung” über 30 Jahre einigen. Einige Vertreter der Herero und Nama lehnen die Vereinbarung als unzureichend ab. Sie fordern Reparationen für den Massenmord an ihren Vorfahren.

Steffen Rohde geht „weltwärts“

Unser Sohn Steffen tritt bald seine wohl größte Herausforderung in seinem noch jungen Leben an: Ein „weltwärts“-Freiwilligendienst in Namibia.

Nach seinem vor kurzem abgeschlossenen Lehramtsstudium standen ihm viele Wege offen. Er hat sich ganz bewusst dafür entschieden, sein Engagement für ein Jahr nach Namibia zu verlagern. Dort möchte er Kinder und Jugendliche für den Sport begeistern.

Das „weltwärts“- Programm

weltwärts“ ist eine Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Ziel des Programms ist es, zur Völkerverständigung beizutragen und Menschen in den Partnerländern zu unterstützen. Es fördert das Interesse von Jugendlichen an freiwilligem Engagement.

Hierfür gibt es verschiedene Entsendeorganisationen. Steffen hat sich dem ASC Göttingen von 1846 e.V. angeschlossen, einem niedersächsischen Sportverein. Er ist die einzige Entsendeorganisation, die gezielt sportorientierte Projekte unterstützt.

Der „weltwärts“-Freiwilligendienst stellt auch einen Friedensdienst dar. Bei allen Beteiligten soll das Bewusstsein und Verständnis für andere Kulturen geschärft werden.

Das Programm wird zu 75% durch Steuern finanziert. Der Rest muss über Eigenmittel der Entsendeorganisation sowie Spenden und Sponsoren finanziert werden. Die Idee ist, dass die Freiwilligen einen Förder- bzw. Spenderkreis für ihre persönlichen Projekte aufbauen.

Das persönliche Projekt von Steffen

Gemeinsam mit seiner Projektpartnerin wird Steffen ein Jahr lang an der Eluwa Special School arbeiten. Dabei handelt es sich um ein Internat, in dem Kinder und Jugendliche mit Seh- oder Hörbehinderungen leben und lernen.

Steffen möchte dort den Sportunterricht und das Leichtathletik-Training unterstützen. Außerdem hat er das Ziel, eigene Projektideen zu entwickeln und umzusetzen.

Unter https://steffeninnamibia.jimdofree.com/ kannst du mehr über Steffen, seine persönliche Motivation und geplanten Projekte erfahren. Seinem Blog kannst du dort ebenfalls folgen.

Wir freuen uns sehr, wenn du das Projekt mit einer Spende oder mit einem Sponsoring unterstützt. Auch dazu findest du alles auf der Homepage.

Noch lebt Steffen in Bremen. Dort lebte auch der Kaufmann Franz Adolf Lüderitz, der Ende des 19. Jahrhunderts die Kolonialzeit im heutigen Namibia einleitete und damit viel Leid verursacht hat.

Ich bin sehr dankbar, dass Steffen diesen Weg der Völkerverständigung, des Friedens und der Menschlichkeit gehen möchte.

 

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