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Energiekrise - Was Wird Im Winter?

Während sich unsere europäischen Führer weiter dafür hergeben, die einfachen Bürger Europas für ein höheres Ziel – der Aufrechterhaltung der US-Hegemonie – zu opfern, zeigen sich erste Auswirkungen des drohenden Energiemangels.

In Erwartung der kritischen Wintermonate und vom Urbedürfnis nach einer sicheren Unterkunft getrieben, sind viele Bürger Polens bereit, oder darauf angewiesen, schon jetzt in tagelangen Warteschlangen auszuharren, um Kohle zum Beheizen ihrer Heime zu ergattern. Knapp 4 Millionen Haushalte in Polen heizen mit Kohle. Laut Lukasz Horbacz, dem Vorsitzenden der Handelskammer polnischer Kohlenhändler, werden diesen Winter bis zu 60 % davon von Energiearmut betroffen sein. Seit August darf keine Kohle mehr aus Russland in die EU importiert werden.

In Großbritannien zeigt sich ein ähnliches Bild. Michael Lewis, Vorsitzender des britischen Energiekonzerns E.ON schätzt, dass im Winter 30 bis 40 der britischen Verbraucher in die Energiearmut rutschen könnten.

Der einzige realistische Ausweg, die im Winter drohende Dunkelkälte vollständig zu vermeiden, ist, die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland, die der EU bereits jetzt weit mehr Schaden zufügen, als Putin alleine es jemals vermocht hätte.

Betrachten wir hierzu nur einmal die Erdgassituation. Die EU ist zu 80 % auf Erdgasimporte angewiesen. Etwa 40 Prozent der Strom und Wärmeproduktion innerhalb der EU entstammt direkt russischem Erdgas. Russland hat seine Erdgaslieferungen um etwa 80 Prozent reduziert. Rechnerisch fehlt der EU damit etwa ein Drittel der zum Heizen und zur Stromerzeugung benötigten Energie.

Selbst wenn die EU über noch ungehobene Erdgasvorkommen verfügt und sie politisch dazu durchringen würde, diese zu entwickeln, währen Jahre der Planung und Umsetzung nötig, sowie hohe Milliardeninvestitionen, bevor tatsächlich Gas fließen würde. Aus eigener Kraft kann die EU dieses Energieloch keinesfalls schließen, schon gar nicht bis zum Winter.

Importe zu erhöhen ist zwar theoretisch denkbar, aber auch hier stößt man schnell an reale Grenzen. Russland ist der weltweit größte Exporteur von Erdgas, gefolgt von den USA und dann Qatar. Qatar machte bereits im Februar deutlich, dass von ihnen keine größeren Erdgasmengen zu erwarten sind, was im Sommer nochmals durch eine Energiewirtschaft des ebenfalls energiehungrigen Chinas zur Entwicklung der Erdgasförderung unterstrichen wurde, bei der die EU leer ausging.

Die USA sind aus politischen Gründen zwar gewillter, mehr Erdgas in die EU zu senden, doch lassen auch sie sich das teuer bezahlen und fehlende Tankerflotten für Flüssiggas sowie eine unzureichende Infrastruktur zu dessen Transport und Verwertung der USA setzen auch hier enge Grenzen.

Kurzum: Das Energieloch der EU kann nur mithilfe Russlands gefüllt werden. Ganz sicher gilt dies für den kommenden Winter.

Doch was bedeutet es, wenn EU-weit die ein Drittel weniger Energie für Heizen und Strom zur Verfügung steht? Unter sonst gleichbleibenden Bedingungen hätte die zur Folge, dass im Winter täglich acht Stunden lang nicht geheizt werden könnte und kein Strom zur Verfügung stünde.

Es ist leicht abzusehen, dass ein solcher Zustand schnell zu Revolten führen würde und von unseren Führern daher nicht zugelassen werden wird. Stattdessen würde wohl Energie aus anderen Bereichen, hauptsächlich der Wirtschaft, abgezogen und zur Versorgung der Haushalte umgeleitet werden. Dies wiederum würde zwar die (herbeigeführte) Not der Massen lindern, die Wirtschaft jedoch wahrscheinlich irreparabel schädigen. Massenarbeitslosigkeit und ein langfristig absteigendes Wohlstandsniveau sind realistische Perspektiven.

Der Ausweg ist so einfach, wie er unwahrscheinlich erscheint. Ein sofortiges Aufheben aller Russland Sanktionen und die Inbetriebnahme von Nord Stream 2, sofern Russland dazu noch bereit wäre. Alle bisher aus der westlichen Werteallianz und ihren Konzernmedien dazu zu vernehmenden Worte deuten jedoch in die entgegengesetzte Richtung.
Es bleibt abzuwarten, wie viel Protestbereitschaft die europäische Bevölkerung zeigt. Steigt der politische Druck hoch genug, um die Machtverhältnisse tatsächlich zu gefährden, kann ein anderer Kurs möglich werden.

Dieser Weg ist realistisch, erfordert jedoch freie, selbst denkende, Pioniere, die sich nicht scheuen, ihre Sicht entgegen der Auffassungen der Massen zu vertreten und nach Möglichkeiten, zu verbreiten.

Wir sind viele.

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