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Von Indrajit Joachim Voigt

Mehr als 3 Milliarden Jahre brauchte die Evolution um aus den frühen Lebensformen in unendlich vielen Evolutionsschritten einen so komplexen Organismus wie den Menschen zu formen.

Das menschliche Gehirn, das komplexeste bisher bekannte System des Universums, steht für die unermesslich intelligente kosmische Schöpferkraft. Welche Wunder hält die Evolution noch bereit?

Die Krise

Menschen verfügen über grandiose geistige Fähigkeiten und Möglichkeiten, ihre Welt zum Besten zu gestalten und zum Wohle aller zu nutzen. Dennoch sind sie weit davon entfernt, dieses Potential auch zum Guten einzusetzen. Im Gegenteil: Es läuft gerade vieles in die falsche Richtung. Wie lässt sich das erklären?

“Alles Psycho”

Es ist schwer, einen Hund zu beleidigen und ihn dazu zu bringen, aus Trotz sein Futter stehen zu lassen. Bei Menschen ist das anders. Menschen reagieren stark emotional oder sentimental, und das in individuell unterschiedlicher Qualität. Na klar, wir sind eben vor allem psychische Wesen

In unserem individuellen Mikrokosmos lebt das bunte Gemisch oft widerstreitender Gefühle, Wünsche und Abneigungen, das wir Persönlichkeit nennen. Diese Gefühlswelt (innere Antriebe, Grundstimmung, Einstellungen) – bestimmt viele Entscheidungen im Leben mehr als der Verstand oder irgendwelche rein biologischen Einflüsse. Und in dieser Gefühlswelt liegen kreative und destruktive Elemente eng beieinander, oft in ein und derselben Person.

Das ganze psychisch-seelische Spektrum

Wo liegen die Ursprünge der psychischen Vielfalt und Einzigartigkeit? Wo in unserm Organismus findet überhaupt die persönliche Prägung statt – lässt sie sich wirklich rein molekular erklären? Warum treten schon bei Kleinkindern deutliche Charakterzüge auf? Wie interagieren Körper und Geist? Auf solche Fragen hält die tantrische Lehre überzeugende Erklärungen bereit.

…und wohin soll’s gehen bitte?

In der materialisitischen Weltsicht regieren physikalische Naturgesetze und Zufall das Dasein. Eine höhere – letztlich geistige – Sinnhaftigkeit oder Gesetzmäßigkeit wird dem Leben und dem Menschsein grundsätzlich abgesprochen. So lange wir die Denkmauern dieser Doktrin nicht hinter uns lassen, werden wir erstens viele Dinge nie erklären und zweitens die oben angesprochenen Probleme unserer Zivilisation nicht lösen können. Denn die Spur führt vom wissenschaftlich-philosophischen Materialismus direkt in den sozialen Materialismus: in grenzenlose Habgier und Konsumismus.

Am Ende sind die Kriege, Ausbeutung und Umweltzerstörung unserer Zeit die Konsequenz aus fehlgeleitetem menschlichen Verlangen. Die mit so großen Gaben ausgestattete Menschheit steht kurz davor, den Ast abzusägen, auf dem sie sitzt.

Materialistisches Denken reduziert uns auf Messbarkeit und Berechenbarkeit, nimmt uns den Zauber des Daseins und das Staunen über das tägliche Wunder. Doch fast noch schlimmer ist, dass er uns die Sicht auf unser wirkliches Inneres versperrt, was so wichtig wäre um die heutigen Probleme nachhaltig zu überwinden, indem wir lernen, was uns wirklich glücklich macht.


Multidimensionales Menschenbild

Schon vor Tausenden von Jahren zeichnete die tantrische Tradition sehr detailliert Facetten der menschlichen Psyche auf und erkannte auch die damit eng verbundenen physiologischen Strukturen wie das endokrine Drüsensystem, welches über die Hormonproduktion unser Verhalten steuert. Ein wesentlicher Aspekt von Yoga-Asanas (Körperhaltungen) etwa ist ihr positiver Einfluss auf den Hormonhaushalt.

Der Mensch steht in einem fortwährenden dynamischen Wechselspiel der verschiedenen Dimensionen des Seins: körperlich, geistig, seelisch. Mal dominieren physische Bedürfnisse das Befinden, mal seelische, und keines dieser Bedürfnisse sollte verdrängt oder ignoriert werden. Sich in diesem schillernden Mikrokosmos zurecht zu finden ist Sinn und Zweck der tantrischen Lehre, aus der ich in folgenden Artikeln diese Aspekte vorstellen werde:

Biologische Faktoren

  • Nervensystem und Gehirn: Interaktion mit der Außenwelt
  • Endokrines und lymphatisches System: Hormone und Psyche
  • Einfluss der Ernährung

Feinstoffliche (energetische) Faktoren

  • Plexi (Chakren): die psychischen Steuerzentralen
  • Das Spektrum der Neigungen (vritties): Portfolio menschlicher Ausdrucksformen

Angeborene Prägungen

  • Genom
  • Instinkte
  • Karma: das Erbe aus früheren Leben

Umwelt

  • Erziehung und Bildung, Kultur
  • Soziales Umfeld

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