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Hier sind zwei konkrete Vorschläge.

Was mir bereits in der Schulzeit graute, bestätigt sich in meinem Lehramtsstudium: Lehrkräfte werden in ihrem universitären Studium fachlich vollkommen überqualifiziert, während pädagogische und menschlich-soziale Kompetenzen tendenziell vernachlässigt werden.

Daher möchte ich hier zwei einfache Maßnahmen vorschlagen, die die Ausbildung von Lehrkräften in dieser Hinsicht wirksam ergänzen können.

  1. Ein Pflichtseminar zu Meditation für Lehrkräfte.

    Die Achtsamen Hochschulen zeigen, dass Meditation an der Uni möglich ist und Erfolg haben kann, indem sie Meditation säkularisiert mit Erfolg als Teil ihres Curriculums anbieten.i Für Lehrkräfte sollte eine solche Lehrveranstaltung zum Pflichtprogramm werden.

Nicht nur lässt sich dies leicht mit den enormen Vorteilen auf Lernfähigkeit, Gedächtnis und Konzentration durch die Meditation begründenii, auch senkt Meditation messbar den Cortisol-Spiegel.iii

Jeder und jede, die auch nur einen Tag an der Schule, insbesondere als Lehrkraft oder Praktikantin verbracht hat, weiß, wie ungemein stressvoll so ein Schulalltag sein kann. Insbesondere die Situation in einem herkömmlichen Klassenraum (1 Lehrperson – 20 bis 30 Heranwachsende) birgt mit sich eine enorme geistige Belastung.

Für die mentale Gesundheit unserer Lehrkräfte scheint es daher sehr empfehlenswert, ihnen bereits im Studium ein mentales Training durch Meditation für den Umgang mit herausfordernden Situationen an die Hand zu geben.

  1. Das Studium sollte noch mehr praxisbezogen gestaltet werden.

In diesem Feld tut sich bereits einiges, mittlerweile ist etwa in Baden-Württemberg ein dreiwöchiges Praktikum im Bachelorstudium sowie ein 12-wöchiges Praxissemester im Masterstudium vorgesehen.

Der Haken: Die erlaubten Schularten für das Praktikum sind auf den jeweiligen Studienabschluss eingeschränkt. D.h., dass Studierende mit dem Ziel „Lehramt Sekundarstufe II“ nur an allgemeinbildende Schulen oder Berufsschulen Praktikum machen dürfen, Studierende mit Grundschulpädagogik nur an Grundschulen etc. Das ist zwar nachvollziehbar, erlaubt aber den Studierenden nicht, über den Tellerrand zu schauen.


Es sollte also möglich sein, auch an anderen Schulformen (wie einer Grundschule) und insbesondere auch an nichtstaatlichen Schulen (wie Waldorf-, Montessori- oder anderen Reformschulen) an Praktikum zu machen, welches im Studium anerkannt wird.

Das ist zwar momentan nicht unmöglich. Es stünde mir etwa frei, in meinen Semesterferien ein solches Praktikum durchzuführen. Aber es wird nicht unterstützt oder gefördert. Und mit Klausuren, Hausarbeiten, etc. findet während des Studiums kaum eine Studentin Zeit und Energie für solch ein Vorhaben.

Hier möchte ich an das eingangs festgestellte erinnern: Lehramtsstudierende werden in aller Regel für ihr Fach völlig überqualifiziert. So sinnvoll es ist, Kompetenzen und Wissensschatz zu entwickeln, so ließe sich sicher dieser Teil des Studiums ohne Bedenken etwas verkleinern – zugunsten eines größeren Praxisschwerpunktes.

Auf diese Weise entstünde größere Durchlässigkeit und Flexibilität im momentanen sehr starren Studiumssystem. Studierende würden angeregt, sich intensiver mit ihrer beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen.

Und insbesondere der Austausch zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Reformschulen würde für den individuellen Studierenden sowie für die Bildungslandschaft allgemein sicherlich zahlreiche Perspektiven eröffnen.

i https://achtsamehochschulen.de/

ii https://eocinstitute.org/meditation/#/

iii https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23724462/

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